12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise in Deutschland nach oben – wer profitiert wirklich?
Paul Wagner12-Stunden-Regel treibt Benzinpreise in Deutschland nach oben – wer profitiert wirklich?
Eine neue Regelung in Deutschland hat seit ihrer Einführung am 1. April zu einem spürbaren Anstieg der Benzinpreise geführt. Die sogenannte 12-Stunden-Regel erlaubt Tankstellen, die Preise zweimal täglich anzupassen – statt wie bisher nur einmal. Erste Daten deuten darauf hin, dass die Änderung die Gewinne der Mineralölkonzerne gesteigert hat, insbesondere in den südlichen Bundesländern.
Die Regel sollte den Tankstellen mehr Flexibilität bei der Preisgestaltung ermöglichen. Kritiker hatten jedoch gewarnt, dass sie durch vorauseilende Preiserhöhungen zu höheren Kosten für Autofahrer führen könnte. Eine Studie des Markttransparenzstellen für Kraftstoffe verglich die Preisentwicklung in den 14 Tagen vor und nach der Reform.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Gewinnspannen bei Superbenzin (bleifreies Premiumbenzin) in den ersten beiden Wochen im Schnitt um 6 Cent pro Liter erhöhten. Besonders starke Anstiege verzeichneten kleine Ketten und unabhängige Betreiber, während große Tankstellenkonzerne nur moderate Steigerungen verzeichneten. Die Dieselpreise blieben hingegen in diesem Zeitraum weitgehend stabil.
Ein Vergleich mit Nachbarländern in der EU ergab zudem, dass die Benzinpreise in Deutschland nach der Umstellung stärker stiegen als in anderen europäischen Märkten. Vor allem in Süddeutschland waren die Effekte am deutlichsten spürbar, wo die Gewinnmargen schneller kletterten als in anderen Regionen.
Bisher hat die 12-Stunden-Regel vor allem der Mineralölbranche höhere Gewinne beschert – insbesondere kleineren Tankstellen. Während die Dieselspannen stabil blieben, stiegen die Preise für Superbenzin stärker als in den umliegenden europäischen Ländern. Wie sich die Reform langfristig auf die Verbraucher auswirkt, bleibt abzuwarten.






