05 June 2026, 18:41

40 Jahre Junge Freiheit: Wie eine konservative Zeitung polarisiert und überlebt

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

40 Jahre Junge Freiheit: Wie eine konservative Zeitung polarisiert und überlebt

Dieter Stein gründete die Junge Freiheit (JF) 1986 als kleines, taschenbuchgroßes Blatt mit einer Startauflage von nur 400 Exemplaren. 40 Jahre später findet die Zeitung noch immer Leser – und sorgt für Kontroversen. Über die Jahrzehnte hinweg sah sie sich mit Protesten, Überwachung und sogar Brandanschlägen konfrontiert, blieb dabei aber ihrer konservativen Linie treu.

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Stein, damals erst 18 Jahre alt, brachte die JF zunächst in Freiburg heraus – ohne Aussicht auf Gewinn. Die frühen Ausgaben waren bescheiden, doch die Zeitung zog bald Aufmerksamkeit auf sich. 1993 demonstrierten rund 2.000 Menschen gegen sie, später folgten Angriffe auf die Druckerei und Brandstiftungsversuche.

Noch vor dem Umzug der Regierung in die wiedervereinte Hauptstadt verlegte die Redaktion ihren Sitz nach Berlin. Ihre unmissverständlich konservativen Positionen führten dazu, dass der Verfassungsschutz die JF ins Visier nahm. Die Beobachtung betraf nicht nur die Zeitung selbst, sondern auch ihre Leser, Werbekunden und politischen Partner. Manche Abonnenten glaubten sogar, sie würden allein wegen des Lesens der JF abgehört.

Stein weist Vorwürfe zurück, die JF werde von der rechtspopulistischen AfD finanziert, und betont, sie trage sich allein durch Verkäufe und Anzeigen. Er bezeichnet sich selbst als Konservativen und nennt Familie, Glauben und Nation als zentrale Werte. Zwar befürwortet er die Landesverteidigung – inklusive Wehrpflicht –, distanziert sich aber vom Etikett der „Neuen Rechten“.

Nach vier Jahrzehnten bleibt die Junge Freiheit eine polarisierende, doch beständige Stimme im deutschen Medienland. Trotz Widerstand und Überwachung arbeitet die Zeitung weiterhin unabhängig. Steins konservative Vision prägt nach wie vor ihre Inhalte und sichert ihr die Treue ihrer Leserschaft.

Quelle