537 Millionen Euro für Apotheken-Dienstleistungen bleiben ungenutzt – warum das Programm scheitert
Nina Bauer537 Millionen Euro für Apotheken-Dienstleistungen bleiben ungenutzt – warum das Programm scheitert
Eine neue Studie hat aufgegeben, dass 537 Millionen Euro, die für das deutsche Programm der vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) vorgesehen waren, ungenutzt bleiben. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass viele Apotheken trotz steigender Beteiligung kaum Gewinne mit diesen Leistungen erzielen. Gesundheitsministerin Nina Warken schlug kürzlich vor, die ungenutzten Mittel in die allgemeine Apothekenvergütung umzuleiten – doch die Studie rät von diesem Schritt ab.
Die vom Freien Deutschen Apothekerverband (FA) in Auftrag gegebene Untersuchung macht deutlich, dass mehr als die Hälfte aller Apotheken bei der Durchführung von Bluthochdruck-Risikobewertungen Verluste macht. Pro Untersuchung erhalten sie lediglich 11,20 Euro – für viele reicht dies nicht einmal, um die Kosten zu decken. Nur etwa jede dritte Apotheke schafft es, mit diesen Dienstleistungen schwarze Zahlen zu schreiben.
Die Nachfrage nach pDL-Leistungen bleibt trotz zunehmender Abrechnung durch Apotheken gering. Als Hauptgründe nennt die Studie Personalmangel, hohen administrativen Aufwand und strenge räumliche Vorgaben. Zudem erschweren berufsübergreifende Spannungen die effektive Umsetzung der Angebote.
Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert seit Langem höhere Vergütungen für pDL-Leistungen, um deren Nachhaltigkeit zu sichern. Die FA unterstützt diese Forderung und argumentiert, dass Apotheken zwar über das nötige Fachwissen und Potenzial verfügen, die aktuellen Vergütungssätze jedoch oft nicht kostendeckend sind. Die Studie appelliert an die Politik, durch Anpassungen der Vergütung die langfristige Verfügbarkeit der pDL-Leistungen flächendeckend zu gewährleisten.
Der Bericht unterstreicht die Dringlichkeit politischer Änderungen, um die pDL-Dienstleistungen wirtschaftlich tragfähig zu machen. Ohne Korrekturen drohen Apotheken weiterhin Verluste, was die Reichweite des Programms begrenzt. Die 537 Millionen Euro an ungenutzten Mitteln stehen zwar im Fokus, doch Experten warnen davor, sie umzuwidmen, ohne die grundlegenden Probleme bei Vergütung und operativen Hürden zu lösen.