08 June 2026, 02:10

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei

Bericht: Interne Briefe belasten AfD-Spitze in Baden-Württemberg

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei

Zwei interne Schreiben haben tiefe Gräben innerhalb der baden-württembergischen AfD offengelegt. In den an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla gerichteten Beschwerden werden regionalen Funktionären Machtmissbrauch und finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen. Die Enthüllungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier trotz der Kontroverse mit einem Erdrutschsieg wiedergewählt wurde.

Das erste Schreiben stammt von Rüdiger Klos, einem Gründungsmitglied und scheidenden Landtagsabgeordneten mit zehnjähriger AfD-Zugehörigkeit. Darin warnt er vor einem Wandel von der Basisdemokratie hin zu einer „autokratischen Funktionärspartei“, die von „Machtcliquen“ und „rücksichtsloser Selbstbereicherung“ geprägt sei. Klos wirft der Landesführung zudem vor, kritische Stimmen durch Androhung von Parteiausschlüssen zum Schweigen zu bringen – eine Vorgehensweise, die er mit „totalitären Säuberungen“ und „Methoden im Stil Goebbels’“ vergleicht.

In einem zweiten Brief äußern langjährige Mitglieder aus zwei Kreisverbänden Bedenken wegen Vetternwirtschaft, intransparenter Finanzgebarung und fragwürdiger Personalentscheidungen. Sie fordern eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, darunter auch das umstrittene Ludwigsburger Erbe.

Trotz der Vorwürfe setzte sich Frohnmaier auf dem Landesparteitag mit über 91 Prozent der Stimmen durch – das beste Ergebnis, das je ein AfD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg erzielt hat. Die vom Spiegel erstmals veröffentlichten Schreiben deuten darauf hin, dass die interne Kritik seine Position nicht geschwächt hat.

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Die Briefe unterstreichen die anhaltenden Spannungen im baden-württembergischen AfD-Landesverband. Forderungen nach Transparenz und Rechenschaftspflicht haben Frohnmaiers Führung bisher nicht erschüttern können. Nun steht die Partei vor der Frage, wie sie die Vorwürfe aufarbeiten will, ohne die innere Einheit zu gefährden.

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