Albaniens EU-Träume zwischen MEK-Skandal und Luxusresort-Protesten
Albanien: Balkanstaat zwischen EU-Ambitionen, Umweltskandalen und geopolitischen Spannungen
Albanien, ein kleines Land auf dem Westbalkan und EU-Beitrittskandidat, gerät zunehmend in die Kritik – sowohl wegen seiner Außenpolitik als auch umstrittener Umweltentscheidungen. Die Ausrichtung des Landes auf die EU wird infrage gestellt, insbesondere aufgrund seiner Unterstützung für die Volksmudschaheddin (MEK) und seiner Beteiligung an von den USA geführten Initiativen. Gleichzeitig sorgt ein umstrittenes Luxusresort-Projekt für Proteste und offenbart die geopolitischen Verwerfungen in der Region.
Tausende Mitglieder der iranischen Exilorganisation Mudschahedin-e Chalq (MEK) haben nach ihrer Räumung eines Stützpunkts im Irak in Albanien eine neue Heimat gefunden. Ministerpräsident Edi Rama hat die Gruppe offen unterstützt und nutzt sie, um den Iran anzuprangern – Teheran wirft er „Cyberterrorismus“ und die Schürung von Unruhen vor. Albaniens Engagement für die MEK sowie seine Teilnahme an Donald Trumps „Friedensgipfel“ und einer geplanten Friedensmission im Gazastreifen werfen jedoch Fragen nach der Vereinbarkeit mit der EU-Politik auf.
Die Europäische Union hatte bereits Bedenken wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit in Albanien geäußert – Faktoren, die die Beitrittsverhandlungen belasten könnten. Nun kommt ein weiterer Streitpunkt hinzu: Jared Kushner, enger Verbündeter von Trump und Netanyahu, plant auf einer geschützten Insel im Vjosa-Narta-Delta – Europas erstem Nationalpark für Wildflüsse – ein Milliardenprojekt mit Luxusresorts. Rama verlieh einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ und umging damit Umweltprüfungen für das Vorhaben.
Das Resort-Projekt hat massiven öffentlichen Widerstand ausgelöst. Bei Demonstrationen unter dem Motto „Flamingo-Revolution“ schwenkten Aktivisten pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte als Symbol des Protests. Der Konflikt legt tiefere geopolitische Spannungen offen, in die auch Israel, der Iran und die USA verstrickt sind.
Sowohl das umstrittene Bauprojekt als auch Albaniens Unterstützung für die MEK haben internationale Aufmerksamkeit erregt. Die Sorgen der EU wegen Korruption und Rechtsstaatlichkeit könnten die Beitrittsgespräche weiter erschweren. Die Entwicklungen unterstreichen zudem die Rolle Albaniens als proamerikanisches NATO-Mitglied in einer komplexen regionalen Gemengelage.






