Apotheken kämpfen mit steigenden Löhnen und eingefrorenen Vergütungen seit 2013
Nina BauerApotheken kämpfen mit steigenden Löhnen und eingefrorenen Vergütungen seit 2013
Apotheken in Deutschland stehen unter wachsendem finanziellen Druck, da Löhne und Mindestlöhne stark steigen. Während der gesetzliche Mindestlohn kontinuierlich angehoben wurde, sind die Vergütungen für apothekerliche Dienstleistungen seit 2013 eingefroren. Branchenexperten warnen, dass diese Kostensteigerungen in den kommenden Jahren viele Betriebe an ihre Grenzen bringen könnten.
Seit dem 1. Januar 2026 müssen Apotheken eine Lohnerhöhung von drei Prozent für Mitarbeiter unter Tarifvertrag tragen. Dadurch steigen die jährlichen Kosten pro Apotheke im Schnitt um 9.500 Euro. Hinzu kommt die Anhebung des Mindestlohns auf 13,90 Euro, was die Ausgaben für Teilzeitkräfte um etwa 700 Euro pro Jahr erhöht.
Eine weitere Erhöhung steht zum 1. Januar 2027 an, wenn der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigt – ein Anstieg von 17,6 Prozent seit 2024. Gleichzeitig liegt die pauschale Vergütung pro Packung seit 2013 unverändert bei 8,35 Euro, obwohl Personal- und Materialkosten um rund 65 Prozent gestiegen sind. Eine im Koalitionsvertrag vereinbarte Anhebung auf 9,50 Euro wurde bisher nicht umgesetzt.
In Nordrhein-Westfalen laufen die Tarifverhandlungen mit dem Tarifverband der Apothekenleiter (TGL) bis zum 30. Juni 2026, weitere Gespräche sind kurz darauf geplant. Auch der aktuelle Adexa-ADA-Tarifvertrag endet am 31. Dezember 2026, was neue Verhandlungsrunden erwarten lässt. Die Treuhand Hannover hat bereits auf die zunehmende finanzielle Belastung der Apothekenarbeitgeber hingewiesen.
Da Löhne und Mindestlöhne weiter steigen, müssen Apotheken mit knapperen Budgets auskommen – es sei denn, die Vergütungssätze werden angepasst. Die anstehenden Verhandlungen werden entscheidend sein, ob der Sektor die steigenden Kosten ausgleichen kann. Bis dahin müssen viele Betriebe höhere Ausgaben schultern, ohne zusätzliche Einnahmen zu erhalten.






