21 March 2026, 18:16

Apothekenreform: Streit um Festbeträge und Versandhandel vor Verhandlungen

Plakat mit der Aufschrift "Verringerung der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Regierung" mit Logo, wahrscheinlich zur Informationsvermittlung über die Verringerung der Arzneimittelkosten.

Apothekenreform: Streit um Festbeträge und Versandhandel vor Verhandlungen

Verhandlungen über Apothekenreformen sollen nächste Woche beginnen – zentrale Streitpunkte bleiben ungelöst

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Nächste Woche starten die Beratungen zur Reform des Apothekenwesens, doch die wichtigsten Fragen sind noch offen. Die CDU/CSU drängt auf eine Erhöhung der Festbetragsvergütung auf 9,50 Euro, um Apotheken nach Jahren stagnierender Zahlungen zu entlasten. Gleichzeitig bleiben die Konkurrenz durch Versandapotheken und die Rolle der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) umstrittene Themen.

Simone Borchardt, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU für Apothekenfragen, bestätigte, dass die Überarbeitung der Apothekenregulierung im Mittelpunkt des anstehenden parlamentarischen Verfahrens stehen werde. Sie betonte, Apotheker seien bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen, bräuchten dafür aber die rechtliche Grundlage. Zugleich warnte Borchardt vor Plänen, die den Einfluss von Versandapotheken oder ausländischen Online-Anbietern ausweiten könnten – solche Schritte seien "inakzeptabel".

Die Festbetragsvergütung für Apotheken, die derzeit überprüft wird, ist zu einem der größten Streitpunkte geworden. Stephan Pilsinger, Apothekenbeauftragter der CDU/CSU, pocht auf eine Anhebung auf 9,50 Euro per Parallelverordnung – wie im Koalitionsvertrag vereinbart. Er argumentiert, dass Apotheken seit 13 Jahren ohne Anpassungen unter finanzieller Belastung litten.

Weitere ungelöste Themen sind die Null-Retaxationsregelung, die nach Ansicht Borchardts Apotheker ungerechtfertigt mit finanziellen Risiken belaste. Zudem fordert sie strengere Vorgaben für den Medikamentenverkauf in Drogeriemärkten. Ungeklärt ist auch, ob PTA künftig eine eigene Vertretung erhalten sollen – Pilsinger lehnt solche Reformen ab.

Auch Digitalisierung und Rabattregelungen stehen auf der Agenda. Ein zentraler Vorschlag sieht vor, Apothekern vollen Lese- und Schreibzugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) zu gewähren. Bisher liegen jedoch keine offiziellen Änderungsanträge vor, was konkrete Fortschritte verzögert.

Die Verhandlungen beginnen zwar nächste Woche, doch bisher gibt es keine Entwurfstexte für Gesetzesänderungen. Das Ergebnis wird entscheiden, ob Apotheken finanzielle Entlastung erhalten, wie der digitale Zugang ausgebaut wird und ob der Versandhandel an Einfluss gewinnt. Die Erhöhung der Festbeträge und die PTA-Vertretung bleiben die umstrittensten Punkte.

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