16 April 2026, 10:16

Arbeitgeber fordern radikale Reformen für das marode Gesundheitssystem

Eine Zeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einem Schornstein, das als psychiatrische Klinik in Deutschland identifiziert wurde, mit handgeschriebener Text auf dem Papier.

Arbeitgeber fordern radikale Reformen für das marode Gesundheitssystem

Deutschlands Gesundheitssystem steckt in einer sich verschärfenden Finanzkrise, warnt ein führender Arbeitgeberverband. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), fordert dringende Reformen, um die explodierenden Kosten und Ineffizienzen einzudämmen. Trotz der höchsten Ausgaben in Europa biete das System keine entsprechende Qualität, kritisierte er.

Dulger verwies auf die Belastung der öffentlichen Haushalte: Die Verwaltungsausgaben der Sozialversicherungen lägen bei über 26 Milliarden Euro pro Jahr. Der Staat zahle den Krankenkassen derzeit 140 Euro pro Person und Monat – doch bleibe eine jährliche Finanzlücke von rund 10 Milliarden Euro. Um weitere Beitragserhöhungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu stoppen, verlangte er einen sofortigen Ausgabenstopp.

Der BDA-Chef plädierte zudem dafür, dass Empfänger von Bürgergeld höhere Krankenkassenbeiträge zahlen. Zur Entlastung schlug er vor, die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern abzuschaffen – eine Maßnahme, die etwa 3 Milliarden Euro einsparen könnte. Zudem forderte Dulger einen Abbau überflüssiger Krankenhauskapazitäten und die Einführung wirksamer Effizienzanreize.

Seine Äußerungen fallen kurz vor einem entscheidenden Bericht der Gesundheitsfinanzkommission, der am Montag an die Bundesregierung übermittelt werden soll. Dulger argumentierte weiter, dass leistungen ohne Versicherungsbezug künftig über Steuern statt über Sozialabgaben finanziert werden sollten, um das System zu entlasten.

Die vorgeschlagenen Reformen zielen auf die Bekämpfung von Ineffizienzen und steigenden Kosten im deutschen Gesundheitssystem ab. Dulgers Forderungen nach Ausgabenkürzungen, höheren Beiträgen von Bürgergeld-Empfängern und strukturellen Änderungen sollen das jährliche Defizit von 10 Milliarden Euro verringern. Die nächsten Schritte der Regierung hängen vom bevorstehenden Bericht der Gesundheitsfinanzkommission ab.

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