Asylanträge in Deutschland brechen ein – doch die Gründe überraschen Experten
Claudia HoffmannAsylanträge in Deutschland brechen ein – doch die Gründe überraschen Experten
Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Der Rückgang fällt zusammen mit verschärften Zurückweisungen an den Binnengrenzen, die sich vor allem gegen Österreich, Polen und die Schweiz richten. Doch Experten zufolge haben diese Maßnahmen wenig Einfluss auf die grundsätzliche Entwicklung.
2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU geschützten Syrer auf. In diesem Jahr verzeichnen beide Länder jedoch einen spürbaren Rückgang der Ankünfte. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt diese Veränderung vor allem auf die Lage in Syrien selbst zurück – und nicht auf die Politik Berlins.
Die Strategie der Zurückweisungen, die seit Mai 2025 im Fokus der Regierung steht, war bereits ein Jahrzehnt zuvor von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden. Trotz strenger Umsetzung zeigt die Maßnahme kaum praktische Wirkung. Knaus kritisiert den Ansatz scharf: Er verstoße gegen EU-Recht und sei ein politisch nicht tragfähiges Symbol.
Besonders in der Kritik stehen Deutschlands Kontrollen an den Binnengrenzen. Knaus argumentiert, dass die Zurückweisungen die eigentlichen Fluchtursachen nicht bekämpfen, sondern stattdessen rechtliche und diplomatische Spannungen schüren.
Am stärksten ist der Rückgang der Asylanträge in Deutschland und Österreich zu spüren. Während die Behörden weiterhin auf Grenzschutz setzen, sehen Analysten in übergeordneten regionalen Veränderungen den entscheidenden Faktor. Die langfristigen Folgen der aktuellen Politik bleiben vorerst ungewiss.






