Baden-Württemberg testet intelligentes Laden von Elektro-Lkw-Flotten im Echtzeitbetrieb
Nina BauerBaden-Württemberg testet intelligentes Laden von Elektro-Lkw-Flotten im Echtzeitbetrieb
Ein neues Innovationsprojekt in Baden-Württemberg erprobt die Integration von Elektro-Lkw-Flotten in das lokale Stromnetz. Unter dem Namen FlexCharge BW – NETZlabor E-Lkw wird dabei das Echtzeit-Lademanagement in Abhängigkeit von der Netzkapazität getestet. Zwei Logistikunternehmen haben bereits mit Feldversuchen begonnen, an denen 40 E-Lkw und 20 Schnellladestationen beteiligt sind.
Das Projekt wird von Netze BW geleitet und untersucht, wie große Elektro-Lkw-Flotten mit dem bestehenden Verteilernetz kompatibel gemacht werden können. Im Mittelpunkt steht das netzgeführte Laden, bei dem die Ladezeiten der Fahrzeuge dynamisch an die lokale Netzauslastung angepasst werden. Martin Konermann, technischer Geschäftsführer des Unternehmens, betont, dass die Nutzung vorhandener Netzreserven schneller umsetzbar sei als der Ausbau der Netzinfrastruktur.
Beteiligt sind die Logistikpartner Stickel Transport und Logistik Schmitt. Stickel Transport testet neben dem netzgeführten Laden auch dynamische Tarifmodelle und setzt bereits zehn E-Lkw ein; weitere Fahrzeuge sollen im Laufe des Sommers folgen. Logistik Schmitt hingegen steuert das Laden an mehreren Standorten und betreibt rund 50 batterieelektrische Lkw.
Ein weiterer Schwerpunkt des Versuchs liegt auf beschleunigten Netzanschlüssen für Hochleistungs-Ladestationen. Echtzeitdaten von Netze BW ermöglichen eine dynamische Ladeplanung für beide Unternehmen. Die Tests laufen bis Dezember 2026, wobei die Ergebnisse durch Simulationen und Datenmodellierung ausgewertet werden. Die Erkenntnisse sollen anderen Regionen als Grundlage für ähnliche Lösungen dienen.
Insgesamt sind 20 Schnellladestationen und 40 Elektro-Lkw in das Projekt eingebunden. Ziel ist es, den Energiebedarf auszugleichen, ohne die Effizienz der Logistikprozesse zu beeinträchtigen.
Das FlexCharge-BW-Projekt läuft bis Ende 2026, wobei praktische Tests in eine umfassende Datenanalyse einfließen. Bei Erfolg könnte der Ansatz eine schnellere Alternative zum Netzausbau für Elektroflotten bieten. Zudem könnten die Ergebnisse die Verbreitung des dynamischen Ladens im gewerblichen Transportsektor vorantreiben.






