03 April 2026, 08:14

Bargeld stirbt langsam – doch wer bleibt auf der Strecke?

Plakat mit Text und Logo, das versteckte Gebühren in Rechnungen zeigt, die Familien Hunderte von Dollar monatlich kosten können.

Bargeld stirbt langsam – doch wer bleibt auf der Strecke?

Bargeld wird in Deutschland zwar noch häufig genutzt, doch die Akzeptanz geht zurück. Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigte, dass nur noch 51 Prozent der täglichen Transaktionen mit Banknoten und Münzen abgewickelt wurden – ein Rückgang um sieben Prozentpunkte seit 2021. Gleichzeitig breiten sich Selbstbedienungskassen und digitale Zahlungsmethoden rasant aus, was bei Verbraucherschützern Sorgen auslöst.

Bundesweit gibt es etwa 710.000 Kassen, darunter 38.650 Selbstbedienungsterminals – mehr als doppelt so viele wie noch 2023. Viele dieser Geräte akzeptieren jedoch nur Karten oder mobile Zahlungen, was Bargeldnutzern zunehmend weniger Optionen lässt. Ein Test der Bundesbank mit 2.000 Einkäufen ergab, dass Bargeld in 98,7 Prozent der Fälle beim ersten Versuch angenommen wurde. Dennoch warnen Verbraucherschützer, dass selbst kleine Ablehnungen Probleme verursachen können.

Die Supermarktkette Kaufland betreibt derzeit rund 2.000 Selbstbedienungskassen mit Bargeldannahme in 300 Filialen und plant, dieses Angebot auf alle Standorte auszuweiten. Das Unternehmen betont, wie wichtig es ist, Bargeldoptionen zu erhalten – auch wenn digitale Zahlungen zunehmen. Allerdings gibt es keine genauen Zahlen dazu, wie viele Selbstbedienungsgeräte bundesweit noch Banknoten akzeptieren.

Die Finanzexpertin Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) weist auf die Risiken hin, die entstehen, wenn Menschen, die auf Bargeld angewiesen sind, ausgeschlossen werden. Sie fordert, dass mögliche Ausnahmen bei der Bargeldakzeptanz klar definiert, begrenzt und gesetzlich gerechtfertigt sein müssen. Verbraucherschützer setzen sich zudem für Regelungen ein, die einen Mindestanteil an bargeldakzeptierenden Kassen in jedem Geschäft sicherstellen.

Befürworter von Bargeld verweisen auf dessen Vorteile: Es schützt die Privatsphäre, hilft beim Ausgabenkontrollieren und funktioniert auch ohne Internet oder Strom. Dennoch ist für viele Kundinnen und Kunden das Bezahlen mit Karte oder Smartphone schlichtweg bequemer.

Der Trend weg vom Bargeld beschleunigt sich – immer weniger Kassen nehmen es an. Zwar bieten digitale Zahlungsmethoden Geschwindigkeit und Komfort, doch Verbraucherschützer betonen die Notwendigkeit rechtlicher Schutzmechanismen. Ohne diese könnten Menschen, die auf Bargeld angewiesen sind, im Alltag zunehmend auf Schwierigkeiten stoßen.

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