Bauwirtschaft zwischen Wachstum und steigenden Materialkosten im April 2026
Paul WagnerBauwirtschaft zwischen Wachstum und steigenden Materialkosten im April 2026
Die Bauwirtschaft verzeichnete in den letzten Monaten gemischte Entwicklungen. Während einige Bereiche ein Wachstum bei Umsätzen und Neuaufträgen meldeten, hatten andere Mühe, Schritt zu halten. Steigende Materialkosten setzen die gesamte Branche zusätzlich unter Druck.
Im April zeigte der Wohnungsbau eine starke Performance: Die Umsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 7,1 %, und die Neuaufträge legten um 8,9 % zu. Dennoch liegen die kumulierten Wohnungsbauumsätze seit Jahresbeginn noch 4,6 % unter dem Niveau von 2023.
Der Tiefbau verzeichnete das stärkste Umsatzwachstum in allen drei Hauptsegmenten. Die Umsätze im öffentlichen Bau stiegen um 5,3 %, wobei staatliche Stellen 2,2 % mehr Aufträge als im März vergaben. Auch der Gewerbe- und Industriebau verbuchte Zuwächse: Die Umsätze erhöhten sich um 6,8 %, die Neuaufträge um 2,6 %.
Insgesamt stiegen die Neuaufträge im Bausektor im Jahresvergleich um 1,8 %. Die kumulierten Umsätze von Januar bis April blieben jedoch nominal auf demselben Stand wie im Vorjahreszeitraum.
Die Materialkosten sind stark angestiegen und belasten Unternehmen in allen Sparten. So kletterten die Bitumenpreise im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 %. Als Grund gilt der anhaltende Konflikt in der Straße von Hormus.
Die Branche sendet widersprüchliche Signale: Während Bereiche wie Tiefbau und Gewerbe- und Industriebau wachsen, hinken andere – etwa der Nichtwohnungsbau – hinterher. Die steigenden Materialkosten bleiben für die Unternehmen im gesamten Sektor eine Herausforderung.
