07 May 2026, 04:14

Berlin plant Olympia-Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 – doch die Kritik wächst

Ein Buchumschlag mit dem Titel "Sport in Europa" in leuchtenden Farben und detaillierten Designs, der verschiedene Olympische Symbole und Bilder zeigt, die mit den Olympischen Spielen in Europa in Verbindung stehen.

Berlin plant Olympia-Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 – doch die Kritik wächst

Berlins Senat legt Bewerbungskonzept für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 vor

Der Berliner Senat hat sein Bewerbungskonzept für die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 vorgestellt. Der Plan skizziert, wie die Stadt die Veranstaltung finanzieren würde, wobei die Kosten in Betriebsausgaben, Infrastrukturinvestitionen und öffentliche Dienstleistungen aufgeteilt werden. Kritiker melden jedoch bereits Bedenken hinsichtlich der finanziellen Annahmen des Vorhabens an.

Das Finanzierungsmodell des Senats untergliedert die Ausgaben für die Spiele in drei Hauptbereiche. Die direkten Betriebskosten werden auf 4,82 Milliarden Euro geschätzt und sollen durch Ticketverkäufe, Sponsorenverträge und Marketingeinnahmen gedeckt werden. Weitere 1,59 Milliarden Euro sind für Infrastrukturprojekte vorgesehen, darunter 500 Millionen Euro für Verkehrsausbau und 227 Millionen Euro für Sportstätten.

Die Kosten für öffentliche Dienstleistungen wie Sicherheit und Verwaltung bleiben im aktuellen Plan noch unbestimmt. Der Senat gibt an, dass diese Zahlen erst in späteren Planungsphasen feststehen werden. Zum Vergleich: Allein die Sicherheitsmaßnahmen bei den Spielen 2024 in Paris kosteten laut französischem Rechnungshof 1,4 Milliarden Euro.

Kritik an zu optimistischen Annahmen

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Markus Schütte, Professor an der Universität Mainz, übt Kritik am finanziellen Ansatz der Bewerbung. Er bezeichnet das Investitionsbudget für Sportstätten und Infrastruktur als „überraschend bescheiden“. Schütte warnt zudem, dass die steigende Inflation die Kosten weiter in die Höhe treiben könnte – besonders vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage. Seiner Meinung nach stützen sich die Veranstalter auf übermäßig optimistische Einnahmeprognosen statt auf vorsichtige Schätzungen.

Das Bewerbungskonzept des Senats lässt zentrale Kosten für öffentliche Dienstleistungen vorerst offen, da diese erst in weiteren Planungsphasen konkretisiert werden sollen. Bei einer erfolgreichen Bewerbung wären Milliardenaufwendungen für Betrieb und Infrastruktur nötig, wobei die Einnahmen stark von Sponsoring und Ticketverkäufen abhängen würden. Kritiker betonen, dass Inflation und unvorhergesehene Ausgaben das Budget weiterhin gefährden könnten.

Quelle