BGH verhandelt historische Klage gegen Schufa wegen intransparenter Bonitätsbewertung
Lea HerrmannBGH verhandelt historische Klage gegen Schufa wegen intransparenter Bonitätsbewertung
Bundesgerichtshof prüft Klage gegen Schufa wegen mangelnder Transparenz bei Bonitätsbewertung
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe verhandelt einen Rechtsstreit über das Scoring-Modell der Schufa. Fünf Kläger werfen dem Unternehmen vor, die Offenlegung der Berechnungsmethoden verstoße gegen die Transparenzvorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Verbraucher ausreichend über automatisierte Entscheidungen informiert werden, die ihre Kreditwürdigkeit beeinflussen.
Die Schufa führte im März 2023 ein neues Bewertungssystem ein, das auf einer Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf definierte Kriterien nutzt. Es soll das ältere, komplexere Modell bis Ende 2028 vollständig ablösen.
Die Kläger argumentieren, die aktuellen Erläuterungen der Schufa ließen die Logik hinter den Berechnungen im Dunkeln. Das Unternehmen hingegen betont, seine Angaben entsprächen bereits den gesetzlichen Anforderungen und gingen sogar über künftige Vorgaben hinaus. Ab November 2026 gelten verschärfte Transparenzregeln für „materielle Scoring-Systeme“ im Rahmen eines neuen Rechtsrahmens.
Nun muss der BGH entscheiden, ob die Schufa ihre DSGVO-Pflichten erfüllt. Das Urteil könnte wegweisend dafür werden, wie Unternehmen automatisierte Entscheidungsprozesse in Zukunft erklären müssen.
Die Richter werden festlegen, wie detailliert die Schufa Verbraucher über ihre Bewertungsmethoden informieren muss. Zudem könnte das Verfahren einen Präzedenzfall für die Transparenz bei anderen datenbasierten Bewertungen nach DSGVO schaffen. Die Entscheidung wird Auswirkungen darauf haben, wie Kreditauskunfteien und ähnliche Unternehmen in ganz Europa agieren.






