20 April 2026, 04:15

Brandenburg an der Havel wird zum Zentrum für autonome Drohnenabwehr in Europa

Alte detaillierte Karte von Brandenburg, Deutschland, die Straßen, Gebäude, Parks und Sehenswürdigkeiten zeigt.

Brandenburg an der Havel wird zum Zentrum für autonome Drohnenabwehr in Europa

Neues Joint Venture in Brandenburg an der Havel produziert autonome Drohnenabwehrsysteme für den europäischen Markt

In Brandenburg an der Havel entsteht ein gemeinsames Unternehmen, das autonome Drohnenabwehrsysteme für den europäischen Markt herstellen soll. An dem Projekt beteiligt sind HD Advanced Technologies (HDAT), eine Tochtergesellschaft des Heidelberger Unternehmens, sowie OAS, ein amerikanisch-israelisches Unternehmen im Besitz von Ondas. Die Unternehmensführungen betonen, dass Europa dringend besseren Schutz für kritische Infrastrukturen gegen Drohnenangriffe benötige.

Doch der Plan stößt bei Anwohnern und Politikern auf Kritik – einige warnen vor einer zunehmenden Ausrichtung auf Rüstungsproduktion.

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Das Werk in Brandenburg an der Havel stellt seit 1991 mechanische Bauteile für Druckmaschinen her. Aktuell beschäftigt es rund 400 Mitarbeiter und bietet Ausbildungsplätze in den Berufen Industriemechaniker und Mechatroniker an. Künftig soll der Schwerpunkt auf Drohnenabwehrsystemen liegen, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.

Ondas-Chef Eric Brock verwies auf die wachsende Gefahr von Drohnenangriffen auf wichtige Infrastrukturen in ganz Europa. Die Unternehmen planen, zunächst die bereits bestehende Drohnenabwehrtechnologie von OAS in Deutschland und der Ukraine zu vermarkten, bevor sie in andere EU-Länder expandieren.

Die Reaktionen vor Ort fallen unterschiedlich aus. Bürgermeister Daniel Keip begrüßte das Vorhaben als "Stärkung des Industriestandorts". Dominik Mikhalkevich, Bewohner des nahegelegenen Stadtteils Hohenstücken, kritisierte hingegen die jahrzehntelange Vernachlässigung der Region seit 1990 und forderte stattdessen Investitionen in zivile Projekte – anstatt sich auf Rüstungsaufträge zu verlassen.

Auch aus der Politik gab es Widerspruch. Heidi Hauffe, Vorsitzende des örtlichen BSW-Verbands, warnte, dass die Rüstungsproduktion Brandenburg an der Havel zu einem möglichen Angriffsziel machen könnte. Der BSW-Landtagsabgeordnete Andreas Kutsche betonte, militärische Fertigung sei kein nachhaltiger Weg, und plädierte stattdessen für Investitionen in zivile Technologien.

Das Joint Venture wird seinen Standort in Brandenburg an der Havel auf einem bestehenden Industriegelände einrichten. Während Befürworter wirtschaftliche Vorteile sehen, fürchten Gegner die langfristigen Folgen einer Aufrüstung. Die ersten Drohnenabwehrsysteme sollen zunächst auf den deutschen und ukrainischen Märkten eingeführt werden, bevor eine breitere Verteilung in der EU erfolgt.

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