Bundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhungen bis 2027
Nina BauerBundesregierung verlängert umstrittenen Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhungen bis 2027
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft trotz steigender Kosten und Kritik aus der Opposition bis Juni 2027 verlängert. Damit bleibt die öffentliche Verwaltung weiterhin an Microsoft-Produkte gebunden – obwohl die Preise ab kommendem Jahr um bis zu 13 Prozent steigen sollen. Offizielle Stellen betonen, die Verlängerung belaste den Bundeshaushalt nur geringfügig.
Der ursprünglich bis Juni 2026 laufende Rahmenvertrag wurde leise um ein weiteres Jahr verlängert. Laut den Vereinbarungen können Behörden weiterhin Microsoft 365 und andere Dienste ohne verbindliche Vorgaben erwerben. Zwar vereinfacht der Deal die Beschaffung, bindet die Behörden aber auch an die höheren Gebühren – ab Juli 2026 wird das Office-Paket von Microsoft bis zu 13 Prozent teurer.
Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Verlängerung die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen weiter zu vertiefen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, nannte die Entscheidung eine „verpasste Chance“, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern. Ihre Äußerungen unterstreichen einen wachsenden Gegensatz: Während Frankreich bereits größere Fortschritte bei der Nutzung alternativer Software gemacht hat, bleibt Deutschland weiter an Microsoft gebunden.
Aus Bundesdaten geht hervor, dass Behörden und Fördermittelempfänger allein 2022 fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Produkte ausgaben. Die Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage bestätigte, der Vertrag werde „zu unveränderten Bedingungen“ fortgesetzt – Bedenken wegen der Haushaltsbelastung wurden damit zurückgewiesen.
Die einjährige Verlängerung sichert Microsoft weiterhin die Position als Standardlösung für die IT der öffentlichen Hand in Deutschland. Ab Mitte 2026 müssen die Behörden zwar höhere Kosten tragen, doch die Regierung hält die finanziellen Auswirkungen für überschaubar. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der andere europäische Länder ihre digitale Unabhängigkeit von großen US-Konzernen vorantreiben.






