Deutsche Unternehmen wollen raus aus der US-Cloud – doch Alternativen fehlen
Paul WagnerDeutsche Unternehmen wollen raus aus der US-Cloud – doch Alternativen fehlen
Eine neue Umfrage offenbart erhebliche Bedenken deutscher Unternehmen wegen ihrer Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern. Viele überdenken nun ihre Strategien – die meisten bevorzugen trotz aktueller Einschränkungen lokale Alternativen. Die Ergebnisse unterstreichen einen wachsenden Trend hin zu deutschen oder europäischen Lösungen im Cloud-Markt.
85 Prozent der deutschen Führungskräfte sind der Meinung, dass das Land zu stark von US-Cloud-Diensten abhängig ist. Diese Sorge hat 64 Prozent der Unternehmen dazu veranlasst, ihre Cloud-Strategien aufgrund der Politik der US-Regierung zu überprüfen. Derzeit nutzen 71 Prozent US-Anbieter, doch nur 8 Prozent bevorzugen diese tatsächlich.
91 Prozent der Firmen würden lieber auf deutsche Cloud-Anbieter setzen, doch nur 53 Prozent tun dies derzeit. Das Hauptproblem ist das Fehlen europäischer Alternativen, die mit der technologischen Leistungsfähigkeit der USA mithalten können – ein Kritikpunkt, den 43 Prozent der Befragten teilen. Lediglich 12 Prozent wären bereit, für einen deutschen Anbieter einen Aufpreis von 10 bis 20 Prozent zu zahlen.
Einige Unternehmen sind bereit, Kompromisse für lokale Lösungen einzugehen: 25 Prozent würden längere Wartezeiten für neue Funktionen akzeptieren, während 37 Prozent erhebliche Nachteile in Kauf nehmen würden, wenn die Datenverarbeitung strikt in Deutschland bliebe. Zudem fordern 80 Prozent die Entwicklung deutscher oder europäischer Hyperscaler, um global konkurrenzfähig zu sein.
Die Umfrage zeigt eine klare Präferenz für deutsche Cloud-Dienste in der Wirtschaft – doch die Umsetzung hinkt hinterher. Als Hauptgründe nennen Unternehmen technologische Lücken und hohe Kosten. Die Nachfrage nach wettbewerbsfähigen europäischen Alternativen wächst weiter.






