Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll der Schutzwall gegen die AfD fallen?
Claudia HoffmannDeutsche Wirtschaft zerrissen: Soll der Schutzwall gegen die AfD fallen?
In der deutschen Wirtschaftswelt entbrennt eine Debatte über den demokratischen Schutzwall gegen die rechtsextreme AfD. Einige Unternehmer argumentieren mittlerweile, dass der Ausschluss der Partei aus dem politischen Dialog der Demokratie und der Wirtschaft schade. Andere bestehen darauf, dass eine Zusammenarbeit mit der AfD das Marktsystem und demokratische Werte untergräbt.
Wolfgang Grupp, Vorstandsvorsitzender des Bekleidungsherstellers Trigema, befürwortet zwar Migration, hält den Ausschluss der AfD in einer Demokratie jedoch für wenig sinnvoll. Er warnt, dass das Ignorieren einer bedeutenden politischen Kraft die gesellschaftlichen Gräben nur vertiefe. Die Unternehmerin Sarna Rößer bezeichnet den demokratischen Schutzwall gar als Ausdruck von Arroganz der etablierten Parteien.
Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus-Gruppe, sieht in der Haltung eine Lähmung von Politik und Wirtschaft. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), teilt diese Einschätzung und mahnt, dass extremistische Bedrohungen für die deutsche Wirtschaft einen anderen Umgang erforderten.
Doch der Widerstand bleibt massiv. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, betont, dass jede Annäherung an die AfD die soziale Marktwirtschaft gefährde. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandels-, Außenhandels- und Dienstleistungsverbands (BGA), besteht darauf, dass sich die Partei zunächst klar von Extremismus distanzieren müsse, bevor ein Dialog möglich sei. Die großen Wirtschaftsverbände halten an ihrer Weigerung fest, mit der AfD zusammenzuarbeiten.
Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Spaltungen in der deutschen Wirtschaftselite. Während die einen den demokratischen Schutzwall als undemokratisch und wirtschaftsschädlich kritisieren, sehen ihn die anderen als unverzichtbar für den Schutz demokratischer und wirtschaftlicher Stabilität. Eine Einigung in der Debatte ist nicht in Sicht.






