Digitaler Zugfunk der Deutschen Bahn: Tausend Funklöcher gefährden Notfallkommunikation
Claudia HoffmannDigitaler Zugfunk der Deutschen Bahn: Tausend Funklöcher gefährden Notfallkommunikation
Die deutsche Bundesregierung hat Probleme mit dem digitalen Zugfunk-System von Deutsche Bahn eingeräumt. Dazu gehören Störungen durch öffentliche Mobilfunknetze, die die Notfallkommunikation auf mindestens 250 Strecken beeinträchtigen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt bezeichnete das System als eine „Rückfallebene“ mit unterstützender Funktion für die Bahnsicherheit.
Interne Unterlagen der Deutschen Bahn zeigen über 1.000 Funklöcher auf, in denen Züge in Notfällen oder bei Gefahren an der Strecke nicht oder nur verzögert erreicht werden können. Das primäre Sicherheitssystem bleibt die streckenseitige Signaltechnik, doch das digitale Funknetz GSM-R leidet unter Zuverlässigkeitsproblemen. Solche Störungen wurden auch in anderen europäischen Ländern gemeldet, was die Europäische Kommission und die EU-Eisenbahnagentur zum Handeln veranlasst hat.
Sabine Leidig, verkehrspolitische Sprecherin der Linken, kritisierte die Haltung der Regierung, das Funksystem sei lediglich eine sekundäre Maßnahme. Die Bundesregierung betont hingegen, dass die aktuelle Infrastruktur der DB ausreiche. Dennoch laufen Bemühungen, die Störsicherheit durch aktualisierte technische Standards und bessere Ausstattung zu verbessern.
Das digitale Zugfunk-System steht weiterhin vor Herausforderungen durch Netzwerkstörungen. Die Behörden arbeiten an technischen Lösungen, um seine Zuverlässigkeit zu stärken. Trotz der aktuellen Einschränkungen bleibt das System eine entscheidende Komponente der Bahnsicherheit.
