21 March 2026, 22:12

Dokufilm "Das deutsche Volk" zeigt Folgen des Hanauer Anschlags und systemische Versäumnisse

Ein Plakat mit der Aufschrift 'Der Tod des Wolfe', das eine Gruppe besorgter Menschen in gedämpften Farben zeigt, einige schauen ängstlich nach oben und andere traurig nach unten.

Dokufilm "Das deutsche Volk" zeigt Folgen des Hanauer Anschlags und systemische Versäumnisse

Am 20. März 2023 um 19:00 Uhr findet im Jugendzentrum Big House in Neuwied eine kostenlose Vorführung des Dokumentarfilms "Das deutsche Volk" statt. Die Veranstaltung ist Teil der Internationalen Wochen gegen Rassismus und setzt sich mit den Folgen des Hanauer Anschlags vom 19. Februar 2020 auseinander, bei dem neun junge Menschen bei einem rassistisch motivierten Attentat ermordet wurden. Die Organisator:innen laden insbesondere Jugendliche und alle Bürger:innen ein, teilzunehmen und sich im Anschluss an die Diskussion zu beteiligen.

Der Film des Regisseurs Marcin Wierzchowski begleitet Überlebende und Angehörige der Opfer über vier Jahre hinweg – auf ihrem Weg durch Trauer, im Kampf um Gerechtigkeit und bei der Auseinandersetzung mit den Behördendefiziten. Im Mittelpunkt stehen ihr Ringen um Anerkennung sowie die Versäumnisse der Ermittlungen, etwa die verriegelte Notausgangstür während des Anschlags. Zudem kritisiert der Dokumentarfilm, wie staatliche Stellen mit dem Verbrechen umgingen und welche langfristigen Auswirkungen dies auf Hanau und die gesamte Gesellschaft hatte.

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Seit dem Anschlag ist die öffentliche Debatte über Rassismusprävention in Deutschland ins Stocken geraten oder sogar zurückgeworfen worden. So zogen sich bis 2025 in der Hanauer Kommunalpolitik die Fraktionen von SPD, CDU und FDP aus der Unterstützung für Gedenkveranstaltungen zurück und distanzierten sich von den Opferinitiativen. Betroffene Familien klagten später vor dem Bundesverfassungsgericht wegen unzureichender Polizeiermittlungen. Gleichzeitig blieb in anderen Bundesländern wie Brandenburg und Thüringen die Bedrohung durch rechtsextreme Gewalt bestehen – etwa bei den antisemitischen Morden 2021 in Königs Wusterhausen – ohne dass daraus konsequente politische Reformen oder verbesserte Präventionsmaßnahmen entstanden wären.

Im Anschluss an die Filmvorführung haben die Zuschauer:innen die Möglichkeit, ihre Gedanken in einer von Christopher Hoffmann moderierten Diskussion einzubringen. Veranstalter sind das Jugendzentrum in Kooperation mit dem Pastoralen Netzwerk Neuwied und den Schulsozialdiensten Neuwied.

Ziel der Veranstaltung ist es, die Auseinandersetzung mit dem Hanauer Anschlag und den systemischen Versäumnissen wachzuhalten. Während die Angehörigen und Überlebenden weiterhin für Aufklärung kämpfen, dient der Film als Dokument ihres Widerstands. Die Veranstaltung steht allen offen und bietet einen Raum für Reflexion und Dialog über Rassismus und Gerechtigkeit.

Quelle