Dorfens Hemadlenz-Fest bricht alle Rekorde mit Feuer, Tradition und Sicherheit
Paul WagnerDorfens Hemadlenz-Fest bricht alle Rekorde mit Feuer, Tradition und Sicherheit
Dorfens jährliches Hemadlenz-Fest hat sein erfolgreichstes Jahr gefeiert
Unter strahlend blauem Himmel versammelten sich rund 4.500 Menschen, um die skurrile Tradition zu feiern – und widerlegten damit frühere Wetterprognosen, die Regen vorhersagt hatten. Die als "Stadt des Hemadlenz" bekannte Gemeinde erstrahlte in Gelächter, Musik und dem vertrauten Schauspiel einer Strohpuppe, die ihr feuriges Ende fand.
Die Feierlichkeiten begannen am Donnerstag, dem 12. Februar, mit einem ausgelassenen Umzug. Im Mittelpunkt stand der Hemadlenz'n, eine Strohfigur, die auf ein Schafott gehievt und unter Jubel in Brand gesetzt wurde. Das Ritual, das den Winter vertreiben soll, ist seit langem ein fester Standard von Dorfens Identität.
Sicherheit stand in diesem Jahr besonders im Fokus: Über 5.000 Euro wurden in Schutzmaßnahmen investiert, um die Menschenmassen zu sichern. Die Zufahrtsstraßen ins Stadtzentrum wurden gesperrt, Parkverbotszonen durchgesetzt. Private Sicherheitskräfte meldeten später einen reibungslosen Ablauf – fast alle Umzugsteilnehmer durchliefen die Route ohne Zwischenfälle.
Doch nicht nur der Umzug stand im Zeichen der Tradition. Die Armstorfer Abordnung, ein fester Standard des Festes, machte wie jedes Jahr Halt: Sie sangen den Nonnen im Kloster Armstorf ein Ständchen und statteten der Familie Prade in Oberhausmehring einen Besuch ab. Gleichzeitig zeigten sich das Fürstenpaar, Prinzessin Nicole I. und Prinz Bernhard I., um mit dem Hemadlenz zu tanzen – ein Höhepunkt, der die lautesten Jubelrufe des Tages auslöste.
Offiziell endete der Umzug um 14:30 Uhr, als die Hemadlenz-Figur auf dem Marienplatz verbrannt wurde. Die Flammen symbolisierten die zeremonielle Vertreibung des Winters – ein Moment, den sowohl Einheimische als auch Erstbesucher gebannt verfolgten.
Mit einem Besucherrekord unterstrich das diesjährige Hemadlenz-Fest seine anhaltende Faszination. Die Mischung aus Humor, Brauchtum und straffer Sicherheitsorganisation sorgte für ein reibungsloses und fröhliches Fest. Mit dem Winter, der nun symbolisch vertrieben ist, blickt Dorfen gespannt auf das nächste Kapitel seines lebendigen Kulturkalenders.
Wurzeln der Dorfener Hemadlenz-Tradition: Eine Jahrhundertentwicklung
Die Hemadlenz-Tradition existiert bereits vor der Gründung der Dorfener Karnevalsgesellschaft im Jahr 1899. Wichtige Entwicklungen sind:
- Das Puppenverbrennungsritual wurde in den 1950er Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg von Franz Anneser eingeführt.
- Die Routenstandardisierung begann unter Anneser, wobei der Marienplatz als fester Endpunkt etabliert wurde.
- Reinhold Kuliga betont, dass die Wintervertreibungssymbolik von Faschingsführern wie Anneser und Goggi Thalmeier bewahrt wurde.






