Edenhofer fordert radikale Wende: Warum die Ölkrise nur der Anfang ist
Lea HerrmannEdenhofer fordert radikale Wende: Warum die Ölkrise nur der Anfang ist
Ökonom Ottmar Edenhofer warnt: Die aktuelle Öl- und Gaspreiskrise wird nicht die letzte sein. Er fordert die Regierung auf, Versäumnisse in der Industrieplanung nicht der Klimapolitik in die Schuhe zu schieben. Stattdessen betont er die Notwendigkeit langfristiger Lösungen für die Energiefragen.
Edenhofer kritisierte die Bundesregierung dafür, die Klimapolitik nur als nachrangiges Thema zu behandeln. Seiner Ansicht nach sei eine sorgfältige Planung entscheidend – statt kurzfristig auf Preisschocks zu reagieren. Solche Krisen, so Edenhofer, lenkten sonst von der eigentlichen Aufgabe ab: dem Senken der Emissionen.
Gleichzeitig warnte er vor einem voreiligen Einbau neuer Öl- und Gasheizungen. Um dies zu verhindern, schlug er eine Abgabe auf fossile Heizsysteme vor. Zugleich räumte er ein, dass Hausbesitzer, die auf Wärmepumpen umsteigen, finanziell stark belastet werden. Eine Senkung der Stromsteuer, so Edenhofer, würde saubere Alternativen erschwinglicher machen.
Die bestehenden Förderprogramme müssten zudem neu ausgerichtet werden, forderte er. Priorität sollte haben, Haushalten den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme zu erleichtern und die Kosten zu verringern. Edenhofer sieht Klimapolitik nicht als Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit, sondern als Garant für langfristigen Wohlstand und Energiesicherheit.
Zu seinen Vorschlägen gehören Steuersenkungen auf Strom sowie Abgaben auf neue fossile Heizungen. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfe Klimaschutz nicht in den Hintergrund rücken, betont er. Ohne klare Weichenstellungen drohten kurzfristige Lösungen die langfristige Energieversorgung zu gefährden.






