Falsche Kanzlei "betrugsrecht.de" betrügt Opfer von Krypto- und Anlagebetrug doppelt
Lea HerrmannFalsche Kanzlei "betrugsrecht.de" betrügt Opfer von Krypto- und Anlagebetrug doppelt
Betrügerische Kanzlei "betrugsrecht.de" lockt Opfer von Krypto- und Anlagebetrug in weitere Fallen
Eine gefälschte Anwaltskanzlei mit dem Namen betrugsrecht.de hat es gezielt auf deutsche Opfer von Krypto- und Investmentbetrug abgesehen. Die Betrüger versprechen, verlorenes Geld zurückzuholen – doch stattdessen bringen sie ihre Opfer dazu, noch mehr Geld zu zahlen. In den vergangenen zwei Jahren wurden rund 1.200 Fälle solcher Betrugsmaschen bei der Polizei und Verbraucherschutzorganisationen gemeldet.
Die Betrüger nutzen die Verzweiflung der Opfer aus, indem sie falsche Hoffnung auf eine einfache Rückerstattung machen. Hinter der Website verbirgt sich jedoch keine echte Kanzlei, sondern ein geflochtenes Netz aus Täuschungen, das darauf abzielt, weitere Zahlungen zu erpressen.
Der Betrug beginnt, wenn Opfer von Krypto- oder Anlagebetrug von betrugsrecht.de kontaktiert werden. Die vermeintliche Kanzlei gibt vor, sich auf die Rückholung von Geldern zu spezialisieren, die durch Investmentbetrug, Liebesbetrug, Bankbetrug oder Online-Shopping-Betrug verloren gegangen sind. Um das Verfahren einzuleiten, werden die Opfer angewiesen, ein Krypto-Konto bei Kraken zu eröffnen und 0,1 Bitcoin – derzeit etwa 6.000 Euro wert – als Bearbeitungsgebühr für eine Rückbuchung einzuzahlen.
Sobald die Einzahlung getätigt ist, verschwinden die Betrüger entweder oder verlangen unter Vortäuschung falscher Steuern oder Verwaltungsgebühren weitere Zahlungen. Dadurch steigen die Verluste der Opfer noch weiter an. Ermittlungen zeigen, dass die Domain betrugsrecht.de erst am 24. Dezember 2025 verlängert wurde – die Besitzerdaten sind dabei vor der Öffentlichkeit verborgen.
Weitere Warnsignale sind künstlich erzeugte Fotos der angeblichen Mitarbeiter. Die auf der Website angegebene Adresse beherbergt zwar mehrere Unternehmen, doch keine Kanzlei dieses Namens. Die im Impressum genannte GSCP Verwaltungs GmbH ist keine Anwaltskanzlei, sondern ein Unternehmensberatungs- und Investmentunternehmen. Zudem findet sich in der offiziellen Anwaltsdatenbank Deutschlands kein Eintrag für den angeblichen Gründer Dr. Thomas Weber.
Die Meldungen über solche Betrugsfälle stiegen zwischen März 2024 und März 2026 stark an, wobei die meisten Fälle im Jahr 2025 auftraten. Die tatsächliche Zahl der Opfer könnte noch höher liegen, da nicht alle Fälle bei Behörden wie dem Bundeskriminalamt (BKA) oder den Landeskriminalämtern (LKA) gemeldet werden.
Die Rückholung gestohlener Gelder im Krypto-Bereich bleibt aufgrund rechtlicher und technischer Hürden schwierig. Der Betrug durch betrugsrecht.de fügt eine weitere Ebene finanziellen Schadens hinzu, indem er gezielt diejenigen ausnutzt, die bereits Opfer von Betrug geworden sind. Die Behörden warnen weiterhin vor gefälschten Rückholungsdiensten und raten Opfern dringend, jede Firma vor Geldüberweisungen genau zu prüfen.






