25 June 2026, 02:13

FDP-Streit eskaliert nach Hagens Interview mit Junger Freiheit

Ex-FDP-Justizministerin bezeichnet JF als 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert nach Hagens Interview mit Junger Freiheit

In der Freien Demokratischen Partei (FDP) hat sich eine Debatte verschärft, nachdem Generalsekretär Martin Hagen ein Interview der rechtsextremen Publikation Junge Freiheit gegeben hatte. Die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger übt öffentlich Kritik an diesem Schritt und löste damit weitere Diskussionen unter Parteimitgliedern aus.

Leutheusser-Schnarrenberger, eine prägende Figur des linksliberalen FDP-Flügels, argumentiert, dass der Austausch mit der Jungen Freiheit die Gefahr berge, die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) zu normalisieren. Ihre Bedenken wurden vom Spiegel aufgegriffen, der das Interview als Bruch einer „journalistischen Brandmauer“ bezeichnete.

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Hagen verteidigte seine Entscheidung und betonte, die Publikation sei weder „unseriös“ noch „verfassungsfeindlich“. Gleichzeitig bekräftigte er die Haltung der FDP, wonach eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen bleibe – eine Partei, die von ethnonationalistischen und antiwestlichen Ideologen geprägt sei, könne kein Partner sein. Unterstützung erhielt Hagen von der FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer, die die Bedeutung des Dialogs jenseits politischer Echokammern unterstrich.

Unterdessen zog sich die ehemalige Staatssekretärin Sabine Döring von einer Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung zurück. Sie begründete dies mit Vorbehalten gegen die Wahl des Diskussionsforums. Hagen bedauerte zudem einen gesellschaftlichen Rückgang konstruktiver Streitkultur, insbesondere während der Amtszeit von Angela Merkel.

Der Streit offenbart die Spannungen innerhalb der FDP über Medienkooperationen und politische Grenzen. Hagens Interview stößt auf sowohl Kritik als auch Zustimmung, während die Partei an ihrer Ablehnung der AfD festhält. Die Debatte verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Umgang mit dem politischen Diskurs in Deutschland.

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