Fürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für junge Straftäter aus Armut
Claudia HoffmannFürther Jugendrat fordert Hilfe statt Strafe für junge Straftäter aus Armut
Der Fürther Jugendrat setzt sich für eine Reform der Behandlung junger Straftäter ein. Sein Antrag „Hilfe statt Strafe – Gemeinsam gegen Gewalt“ wird am 1. Juli 2023 beraten. Die Initiative fordert, dass Jugendliche, deren Straftaten mit Armut zusammenhängen, Unterstützung statt Bestrafung erhalten.
Ursprünglich hatte der Rat verlangt, dass die infra Fahrgäste ohne gültigen Fahreausweis nicht mehr bei den Behörden meldet. Später einigte man sich darauf, Menschen in prekären Verhältnissen nicht wegen Schwarzfahrens in den Bussen und Bahnen der infra strafrechtlich zu verfolgen.
Der Vorsitzende Alexander Bohn betonte die Notwendigkeit von aufsuchender Sozialarbeit, um armutsbedingte Kriminalität zu bekämpfen. Seine Stellvertreterin Julia Dierauf ergänzte, dass junge Täter in solchen Fällen gezielte Hilfsangebote bräuchten. Der Jugendrat setzt sich zudem dafür ein, die Jugendhilfe frühzeitig in Strafverfahren einzubinden.
Über das Thema Schwarzfahren hinaus schlägt der Rat Streetwork und mobile Jugendarbeit als Lösungsansätze vor. Das Vorstandsmitglied Clemens Trompke wies auf einen Anstieg sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt hin. Um dem entgegenzuwirken, fordert der Rat eine zentrale Meldestelle.
Der Antrag plädiert für einen Paradigmenwechsel: Weg von Strafen, hin zu Unterstützung für benachteiligte Jugendliche. Gleichzeitig werden schärfere Maßnahmen gegen sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt angemahnt. Die Vorschläge werden auf der anstehenden Sitzung offiziell beraten.
