Geheime DDR-Insel Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch wer darf sie nutzen?
Paul WagnerGeheime DDR-Insel Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch wer darf sie nutzen?
Verlassene Militärinsel in der Greifswalder Bodden-Lagune für 60.000 Euro versteigert
Eine verlassene Militärinsel im Greifswalder Bodden ist für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen. Ostervilm, einst eine abgesperrte Marineliegenschaft, liegt heute als verfallene Ruine vor den geschützten Ufern der Insel Vilm. Doch der Käufer sieht sich vor der dauerhaften Nutzung mit rechtlichen Hürden konfrontiert.
Ostervilm entstand in der DDR-Zeit als geheime Marinebasis. Bis 1989 diente die Insel einem einzigen Zweck: die Entmagnetisierung von Kriegsschiffsrümpfen, um sie vor feindlicher Ortung zu tarnen. Noch heute betreibt die deutsche Marine ähnliche Anlagen in Kiel und Wilhelmshaven, doch Ostervilm geriet nach dem Zusammenbruch der DDR in Vergessenheit.
Die künstliche Insel ruht auf 600 Holzpfählen, ihre Konstruktion besteht aus Beton, Eisenplatten und Holzbohlen. Jahrzehntelange Vernachlässigung ließ sie im flachen Wasser der Lagune verfallen. Nur einen Steinwurf entfernt liegt Vilm, ein Naturschutzgebiet, das einst als Urlaubsdomizil der DDR-Prominenz diente.
Das Objekt wurde mit einem Startgebot von 39.000 Euro angeboten. Trotz seiner ungewöhnlichen Geschichte stieg der Preis schließlich auf 60.000 Euro. Dennoch darf der neue Eigentümer die Insel rechtlich nicht bewohnen. Als „äußere Zone“ eingestuft, fehlen ihr Zufahrtswege, Infrastruktur und die notwendigen Genehmigungen für eine dauerhafte Nutzung.
Ostervilm bleibt vorerst gesperrt, seine Zukunft ungewiss. Der Käufer muss strenge Bauvorschriften überwinden, bevor mit einer Sanierung begonnen werden kann. Ohne genehmigten Zugang oder Baugenehmigung bleibt das nächste Kapitel der Insel vorerst auf Eis gelegt.






