23 May 2026, 16:19

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland kämpfen gegen wachsende antifeministische Angriffe

Gleichstellungsbeauftragte in Deutschland sehen sich wachsender Feindseligkeit ausgesetzt, da antifeministische Angriffe immer häufiger werden. Berichte verzeichnen Vandalismus, Budgetkürzungen und direkte Drohungen gegen diejenigen, die sich für gleiche Rechte einsetzen. Das Problem beschränkt sich längst nicht mehr auf rechtsextreme Kreise – inzwischen kommt es wöchentlich zu Vorfällen im gesamten Land.

Laut dem Antifeminismus-Meldestelle wurden 2024 bereits 558 Fälle dokumentiert – im Schnitt zehn pro Woche. Dazu zählen Sachbeschädigungen, verbale Angriffe und gezielte Einschüchterungsversuche. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg berichtete, dass nach einem öffentlichen Statement zu Gleichstellungsthemen rechtsextreme Aktivist:innen vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Auch öffentliche Symbole für Gleichberechtigung sind betroffen: Orange Bänke, Teil der UN-Kampagne Orange the World gegen geschlechtsspezifische Gewalt, wurden in Städten wie Osnabrück, Wiesbaden und Annweiler wiederholt beschädigt. Gleichzeitig gaben rund 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten an, antifeministische Angriffe erlebt zu haben – 40 Prozent sogar mehrfach in den letzten zwei Jahren.

Auf einem jüngsten Kongress in Lübeck stellte die Bundesarbeitsgemeinschaft Gleichstellungspolitik (BAG) einen neuen Leitfaden gegen Antifeminismus vor. 70 Beauftragte tauschten sich über Strategien aus und betonten die Notwendigkeit stärkerer Netzwerke und Bündnisse. Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats, warnte, Antifeminismus sei längst kein Randphänomen mehr, sondern finde zunehmend Verbreitung in der breiten Gesellschaft.

Die Zunahme der Angriffe zeigt, wie sehr die Arbeit für Gleichstellung in Deutschland unter Druck gerät. Dennoch wehren sich die Beauftragten mit kollektivem Handeln und neuen Ressourcen. Der BAG-Leitfaden und eine intensivere Vernetzung sollen besseren Schutz und Unterstützung für Betroffene bieten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle