Gorleben bleibt Atommüll-Zwischenlager für weitere 20 Jahre – trotz Proteste und Sicherheitsrisiken
Paul WagnerGorleben bleibt Atommüll-Zwischenlager für weitere 20 Jahre – trotz Proteste und Sicherheitsrisiken
Atommüll-Zwischenlager Gorleben bleibt deutlich länger in Betrieb als geplant
Das deutsche Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben wird weit länger genutzt werden als ursprünglich vorgesehen. Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hat eine Verlängerung der aktuellen Betriebsgenehmigung um 20 Jahre beantragt. Dies geschieht, während die Suche nach einem Endlager für die hochradioaktiven Abfälle über den gesetzlichen Stichtag 2031 hinaus andauert.
Im Gorlebener Lager werden seit den ersten Lieferungen zwischen 1995 und 2011 insgesamt 113 CASTOR-Behälter aufbewahrt. Jeder Transport löste damals massive Proteste aus. Die Behälter enthalten abgebrannte Brennelemente und Wiederaufarbeitungsabfälle, die in einer oberirdischen Halle mit dünneren Wänden und Decken als in neueren Anlagen gelagert werden.
Die BGZ begründet die beantragte Verlängerung mit Sicherheitserfordernissen. Während der zusätzlichen 20 Jahre sollen regelmäßige Kontrollen und der Wissensaustausch aufrechterhalten werden. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung wird den Antrag prüfen. Die aktuelle Genehmigung läuft nach 40 Jahren Betrieb im Jahr 2034 aus.
Lokale Initiativen äußern indes Bedenken. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg warnt vor langfristigen Risiken und Sicherheitsproblemen durch die verlängerte Lagerung.
Die verlängerte Betriebsdauer bedeutet, dass Gorleben den Atommüll noch über Jahrzehnte behalten wird. Die Entscheidung liegt nun bei den Aufsichtsbehörden. Bei einer Genehmigung wird der Standort weiterhin eine zentrale Rolle spielen, während sich die Suche nach einem Endlager weiter hinzieht.
