Große Gesundheitsreform: Höhere Kosten, neue Regeln und Zuckersteuer ab 2025
Claudia HoffmannGroße Gesundheitsreform: Höhere Kosten, neue Regeln und Zuckersteuer ab 2025
Deutschland hat umfassende Reformen seines Gesundheitssystems angekündigt, die von Krankenversicherungsbeiträgen bis hin zu Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente reichen. Die Neuerungen umfassen strengere Regelungen zur Kostenübernahme, neue Gebühren sowie Anpassungen bei den Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall.
Ab dem kommenden Jahr wird die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung bei einem Jahresbruttoeinkommen von 69.750 Euro gedeckelt – zuzüglich einer monatlichen Erhöhung um 300 Euro. Diese Maßnahme soll die finanzielle Belastung für Besserverdiener begrenzen. Gleichzeitig entfällt die kostenlose Mitversicherung für nicht erwerbstätige Ehepartner. Stattdessen richten sich ihre Beiträge künftig nach dem Einkommen des berufstätigen Partners.
Die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente steigen: Der Mindestbetrag pro Packung erhöht sich von 5 auf 7,50 Euro, der Höchstbetrag von 10 auf 15 Euro. Zudem werden die Zuzahlungen und Freigrenzen an die Lohnentwicklung gekoppelt, um sie inflationsgerecht anzupassen. Gleichzeitig werden Zahnprothesen für Versicherte um 10 Prozent günstiger, da die Krankenkassen künftig 50 Prozent der Kosten übernehmen.
Bis 2028 führt die Regierung eine Zuckerabgabe auf gezuckerte Getränke ein, die voraussichtlich jährlich 450 Millionen Euro einbringen soll. Eine weitere bedeutende Änderung ist der Ausschluss homöopathischer und anthroposophischer Arzneimittel aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung – diese Therapien werden künftig nicht mehr erstattet.
Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bleibt unverändert: Versicherte erhalten weiterhin ab dem 43. Krankheitstag 70 Prozent ihres Bruttolohns. Neu eingeführt wird ein teilweiser Krankengeldbezug nach skandinavischem Vorbild. Zudem wird vor häufig durchgeführten planbaren Operationen eine verpflichtende Zweitmeinung erforderlich, um unnötige Eingriffe zu reduzieren.
Die Reformen werden den Zugang zur Gesundheitsversorgung in Deutschland grundlegend verändern – mit höheren Kosten in einigen Bereichen und erweiterter Unterstützung in anderen. Die Änderungen treten zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Kraft, wobei die Zuckerabgabe und das Modell des teilweisen Krankengeldbezugs zu den später umgesetzten Maßnahmen zählen. Laut Behörden zielen die Maßnahmen darauf ab, Bezahlbarkeit und Versorgungsqualität in Einklang zu bringen.






