14 March 2026, 18:17

Grüne gewinnen knapp in Baden-Württemberg – doch das umstrittene Video belastet Koalitionsgespräche mit der CDU

Ein deutscher Propagandaplakat für die NSDAP, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Palmer: "Kann mit der Seele der CDU mitfühlen" - Grüne gewinnen knapp in Baden-Württemberg – doch das umstrittene Video belastet Koalitionsgespräche mit der CDU

Die Grünen haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg knapp gewonnen und ebnen damit den Weg für eine mögliche Koalition mit der CDU. Cem Özdemir soll als Ministerpräsident Winfried Kretschmann ablösen. Doch die Spannungen zwischen den beiden Parteien bleiben hoch, nachdem kurz vor der Wahl ein umstrittenes Video aufgetaucht war.

Nur wenige Tage vor der Abstimmung verbreitete sich ein Video aus dem Jahr 2018 wie ein Lauffeuer, in dem der damalige 29-jährige Grünen-Politiker Manuel Hagel einer Schülerin komplimentierte, sie habe "rehbraune Augen". Dies löste Vorwürfe wegen Sexismus aus. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt verurteilte die Aufnahme als Teil einer "schmutzigen Kampagne" und zeigte sich empört über das, was seine Partei als gezielte Verleumdungstaktik wertete.

Die scharfe Reaktion der CDU trug mit zu ihrer knappen Niederlage bei der Wahl am 8. März 2026 bei. Dennoch wurden trotz der Empörung bisher keine konkreten Schritte zur Zusammenarbeit mit den Grünen eingeleitet. Der ehemalige Grünen-Politiker Boris Palmer räumte zwar die Verärgerung der CDU ein, wies aber Vorwürfe einer koordinierten Attacke zurück und verwies darauf, dass unabhängige Abgeordnete für die Veröffentlichung des Videos verantwortlich seien.

Palmer fordert die Grünen nun auf, das Vertrauen der CDU zurückzugewinnen. Es sei entscheidend, die Union davon zu überzeugen, dass das Video keine geplante Intrige war, so Palmer. Ohne Zusammenarbeit könnten beide Parteien keine stabile Regierung im Land bilden.

Das Wahlergebnis lässt den Grünen und der CDU keine andere realistische Option für eine stabile Regierung. Doch die Folgen des Videos haben die Gräben vertieft. Der Weg zu einer Koalition bleibt vorerst ungewiss – der erste Schritt muss der Aufbau von Vertrauen sein.

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