Grüne in Berlin fordern Enteignung großer Wohnungsfirmen – doch Widerstand wächst
Claudia HoffmannGrüne in Berlin fordern Enteignung großer Wohnungsfirmen – doch Widerstand wächst
Die Debatte über die Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen ist im Berliner Wahlkampf wieder auf die politische Agenda gerückt. Philmon Ghirmai, Landesvorsitzender der Grünen, hat die Unterstützung seiner Partei für die Initiative „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ bekräftigt. Das Vorhaben zielt darauf ab, den Besitz großer privater Immobilienfirmen in öffentliche Hand zu überführen.
2021 stimmten bei einem Volksentscheid 59 Prozent der Berlinerinnen und Berliner für die Vergesellschaftung von Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen. Die Initiative stieß auf breite Zustimmung in der Bevölkerung, stößt jedoch auf erbitterten Widerstand in höheren politischen Ebenen.
Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) lehnte die Pläne entschieden ab. Sie argumentierte, dass eine Vergesellschaftung – anders als private Investitionen – nicht zu neuem Wohnraum führe. Zudem warnte sie, die anhaltende Diskussion schaffe Verunsicherung im Wohnungsmarkt.
Auch Theresa Schopper, die grüne Bauministerin aus Baden-Württemberg, äußerte sich kritisch. Sie rief die nächste Berliner Regierung dazu auf, andere Lösungen in den Vordergrund zu stellen, und betonte den dringenden Bedarf an mehr Wohnungen, um den Marktdruck zu verringern. Schopper warnte, dass radikale Markteingriffe das Vertrauen von Unternehmen in Deutschland als Wirtschaftsstandort untergraben könnten.
Trotz der öffentlichen Unterstützung für die Initiative lehnen wichtige politische Akteure die Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen weiterhin ab. Für viele steht die Schaffung von mehr Wohnraum im Mittelpunkt – nicht die Umverteilung von Eigentum. Die Debatte wird die politischen Diskussionen in Berlin auch in den kommenden Monaten prägen.






