Halle (Saale) sperrt Kleine Ulrichstraße für WM-Sicherheit – Geschäftsleute protestieren
Claudia HoffmannHalle (Saale) sperrt Kleine Ulrichstraße für WM-Sicherheit – Geschäftsleute protestieren
Die Stadt Halle (Saale) hat entlang der Kleinen Ulrichstraße temporäre Absperrungen errichtet, um während der FIFA-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzudämmen. Mit der Maßnahme sollen rücksichtslose Fahrmanöver verhindert und Fußballfans geschützt werden. Geschäftsinhaber kritisieren die Absperrungen jedoch als übertrieben und unnötig.
Bei den Sperren handelt es sich um versenkbare Poller, die abends und nachts hochgefahren werden sollen. Die Stadt erhofft sich davon ein Ende des sogenannten „Protzfahrens“ und mehr Sicherheit für die Fans während des Turniers.
In der Kleinen Ulrichstraße haben zwölf Betriebe ihren Sitz, darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Restaurant Connoisseur. Doch nur drei dieser Lokale planen, Spiele der WM zu übertragen. Die meisten Betreiber argumentieren, dass die Absperrungen ohne ansässige Fans auf der Straße keinen Sinn ergäben.
Lokale Geschäftsleute fühlen sich übergangen, da die Stadt die Poller ohne vorherige Absprache installiert hat. Sie bezeichnen die Maßnahmen als „militaristisch“ und „überzogen“ und warnen, dass sie das fußgängerfreundliche Flair der Straße zerstören würden. Stattdessen schlagen sie gezielte Polizeistreifen an Freitag- und Samstagabenden vor, um den Verkehr zu überwachen und Verstöße zu ahnden. Zudem weisen sie darauf hin, dass die Einnahmen aus Bußgeldern wahrscheinlich die Kosten für den Einsatz der Beamten decken würden.
Die Stadt beharrt darauf, dass die Absperrungen eine notwendige Sicherheitsvorkehrung für die Dauer der Weltmeisterschaft seien. Die Geschäftsinhaber lehnen die Entscheidung weiterhin ab und bestehen darauf, dass alternative Lösungen wirksamer wären. Der Streit zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, wie Verkehr und öffentlicher Raum während des Turniers am besten geregelt werden sollten.






