Handwerk in Baden-Württemberg kämpft mit tiefster Krise seit 2009
Stimmung im Handwerk Baden-Württembergs auf Tiefstand seit 2009
Die Geschäftszuversicht im Handwerkssektor Baden-Württembergs ist auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken. Nur noch 37 Prozent der Betriebe bewerten ihre wirtschaftliche Lage als gut – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Auch die Stimmung unter den Handwerkern hat sich auf ein Niveau verschlechtert, wie es zuletzt zu Beginn der Corona-Pandemie zu beobachten war.
Ende 2021 hatten noch fast die Hälfte aller Unternehmen im Sektor ihre Situation als gut eingestuft, während lediglich 19 Prozent sie als schwach bezeichneten. Doch das Bild hat sich seither deutlich eingetrübt. Heute melden 26 Prozent der Betriebe schlechte Geschäfte, während positive Einschätzungen nur noch knapp überwiegen.
Auch die Auftragsbücher werden dünner. Lediglich 17 Prozent der Unternehmen verzeichneten im letzten Quartal einen Anstieg der Aufträge – ein Rückgang gegenüber 21 Prozent im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erlebten 44 Prozent einen Rückgang, nach 34 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die steigenden Kosten sind der größte Belastungsfaktor. Energie- und Beschaffungspreise sind stark angestiegen, drücken die Gewinne und zwingen die Betriebe zum Sparen. Geopolitische Spannungen haben diese Kosten zusätzlich in die Höhe getrieben und die Lage weiter verschärft.
Sollten die Energie- und Beschaffungskosten weiter steigen, könnte sich die Perspektive für das Handwerk noch weiter verschlechtern. Mit weniger Aufträgen und schrumpfenden Margen blicken viele Unternehmen einer ungewissen Zukunft entgegen. Die aktuellen Schwierigkeiten des Sektors erinnern an die schlimmste Phase der Pandemie.






