Hofbrauhaus Wolters beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung und plant radikale Neuausrichtung
Paul WagnerHofbrauhaus Wolters beantragt Insolvenz in Eigenverwaltung und plant radikale Neuausrichtung
Hofbrauhaus Wolters GmbH beantragt Eigenverwaltung beim Amtsgericht Braunschweig
Die traditionsreiche Brauerei Hofbrauhaus Wolters GmbH hat am Freitag beim Amtsgericht Braunschweig ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Grund nannte das Unternehmen anhaltende finanzielle Belastungen. Der Betrieb werde während des umfassenden Restrukturierungsprozesses fortgeführt, hieß es in der Mitteilung.
Dem Insolvenzantrag gingen Jahre schwacher Umsätze und steigender Kosten voraus. Seit der COVID-19-Pandemie sind die Produktions- und Energiekosten stark angestiegen, während globale Lieferkettenstörungen die Logistikkosten in die Höhe getrieben haben. Zudem sanken die Bierverkäufe in Deutschland 2025 um sechs Prozent, was die Situation weiter verschärfte.
Die Brauerei, eine Tochter der Volksbank BRAWO eG, plant eine grundlegende Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells. Im Rahmen der Umstrukturierung soll der Fokus auf den Regionalmarkt gelegt und der Übergang von traditioneller Braukunst zu innovativer Getränkeproduktion vollzogen werden. Die Belegschaft wurde in einer Betriebsversammlung informiert und erhielt die Zusicherung, dass Löhne und Gehälter nicht betroffen seien.
Die Kanzlei Eckert Rechtsanwälte sowie die Eckert Assurance GmbH begleiten die Geschäftsführung durch das Verfahren. Rechtsanwalt Kimon Kantis betonte, die Eigenverwaltung ermögliche es dem Unternehmen, die branchenspezifischen Herausforderungen nachhaltig anzugehen.
Trotz der Insolvenz wird Hofbrauhaus Wolters den Betrieb unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen aufrechterhalten. Ziel der Restrukturierung ist es, die Zukunft der Brauerei durch Anpassung an die Marktanforderungen zu sichern. Sämtliche Geschäftsaktivitäten laufen während der Übergangsphase ohne Unterbrechung weiter.






