28 June 2026, 14:11

Humboldt Forum: Zwischen prunkvollem Erbe und kolonialer Kritik in Berlin

Humboldt Forum feiert 5. Geburtstag

Humboldt Forum: Zwischen prunkvollem Erbe und kolonialer Kritik in Berlin

Das Humboldt Forum in Berlin beherbergt nun unter seiner ikonischen Kuppel mit Kreuz das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst. Doch trotz des prächtigen Rahmens sieht sich die Institution weiterhin mit Kritik und Debatten über ihre kolonialen Verstrickungen und ihren Auftrag konfrontiert.

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Finanziert von vermögenden rechtspopulistischen Spendern, sollte das Humboldt Forum preußischen Glanz im östlichen Zentrum der Stadt beschwören. Sein Bau entfachte neue Diskussionen über geraubte Kunst, Restitution und das Erbe kolonialer Gewalt.

2022 zog das Forum rund 634.000 Besucher in seine Ausstellungen – eine Zahl, die weit hinter den Besucherzahlen großer Museen wie des Louvre zurückbleibt, der etwa das Dreizehnfache verzeichnet. Das Publikum besteht vor allem aus Touristen, weniger aus Berlinerinnen und Berlinern.

Kritiker bemängeln, das Forum wirke wie ein Fremdkörper, ein ungebetener Gast inmitten der Stadt. Manche beschreiben es als zu sehr Palast und zu wenig Spiegel Berlins selbst. Andere sehen es durch seine kolonialen Bezüge belastet.

Das Programm setzt sich oft mit zeitgenössischen Themen auseinander, von demokratischem Niedergang bis zu globaler Ungerechtigkeit. Ausstellungen wie Sarah Ama Duahs Performance to build to bury to remember hinterfragen traditionelle Perspektiven, indem sie Objekte als eigenständige Wesen präsentieren und so dem kolonialen Blick widerstehen.

Das Humboldt Forum ringt weiterhin um seine Identität und Rolle. Seine Ausstellungen und Debatten zeigen die Spannungen zwischen Geschichte, Kunst und modernen Werten. Besucherzahlen und öffentliche Wahrnehmung deuten darauf hin, dass die Institution in Berlins Kulturszene noch nach ihrem Platz sucht.

Quelle