17 June 2026, 16:16

Italienischer Bahnbetreiber Italo drängt 2028 auf deutsche Fernstrecken

Gewerkschaft: Italo-Züge könnten Städte vom Fernverkehr abkoppeln

Italienischer Bahnbetreiber Italo drängt 2028 auf deutsche Fernstrecken

Italienischer Bahnbetreiber Italo startet 2028 Fernverkehr in Deutschland

Der italienische Zugbetreiber Italo plant, bis 2028 langstreckige Bahnverbindungen in Deutschland aufzunehmen. Das zum EVN-Konzern gehörende Unternehmen will Strecken zwischen großen Städten wie München, Frankfurt, Köln, Dortmund, Berlin und Hamburg bedienen. Der Vorstoß löst bei bestehenden Bahnanbietern und Verkehrsverantwortlichen Besorgnis aus.

Italo will zunächst zwei Hauptkorridore bedienen: Eine Verbindung soll München, Frankfurt, Köln und Dortmund verbinden, eine weitere München mit Berlin und Hamburg. Die Expansion markiert den ersten Markteintritt des Unternehmens in Deutschland.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, fordert Politiker auf, die Wettbewerbsregeln klarer zu definieren. Sie warnt, dass unklare Vorschriften zu ungleichen Wettbewerbsbedingungen führen könnten. Auch Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), äußert Bedenken und wirft Italo vor, sich nur die „Rosinen“ – also die lukrativsten Strecken – herauszupicken.

Christian Bernreiter, bayerischer Verkehrsminister, zeigt sich besorgt über die begrenzten Kapazitäten im Schienennetz. Er befürchtet, dass bestehende Verbindungen durch erhöhte Konkurrenz um Trassen unter Druck geraten könnten. Die EVG geht noch weiter und warnt, dass der Markteintritt von Italo zu Kürzungen bei Regionalverbindungen führen könnte. Sollten die Pläne umgesetzt werden, könnten mindestens 16 Städte ihre ICE- und IC-Anbindungen verlieren.

Italos Expansion in Deutschland könnte das Fernverkehrsnetz des Landes grundlegend verändern. Durch die Konzentration auf stark nachgefragte Strecken geraten bestehende Anbieter unter Druck. Verkehrsverantwortliche und Gewerkschaften fordern nun strengere Regulierungen, um Regionalverbindungen zu schützen und faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten.

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