Koblenz kämpft mit Millionenverlusten durch veraltete Kreisumlagen für Berufsschulen
Claudia HoffmannKoblenz kämpft mit Millionenverlusten durch veraltete Kreisumlagen für Berufsschulen
Die Stadt Koblenz steht vor einem wachsenden finanziellen Defizit, das auf veraltete Zuschusszahlungen der umliegenden Landkreise zurückzuführen ist. Seit Jahren decken die Beiträge für die Berufsschulbildung von Schülern aus dem Umland nicht die steigenden Kosten. Die jährliche Lücke beläuft sich mittlerweile auf über 400.000 Euro, wobei die Verluste seit 2014 insgesamt mehr als 5 Millionen Euro betragen.
Aktuell zahlen die umliegenden Landkreise lediglich 190 Euro pro teilzeitbeschultem Berufsschüler im Jahr. Die tatsächlichen Kosten pro Schüler liegen jedoch bei 406,80 Euro. Diese Diskrepanz zwingt Koblenz, die Differenz für 1.932 Schüler aus den Kreisen Ahrweiler, Altenkirchen, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück, Rhein-Lahn und Westerwald zu tragen.
Der Rechnungsprüfungsausschuss hat hinterfragt, warum die Zuschüsse trotz steigender Ausgaben nie angepasst wurden. Als Reaktion darauf wird die Stadt die Gebühren nun rückwirkend ab Januar dieses Jahres auf 300 Euro pro Schüler erhöhen. Für 2028 ist eine weitere Anhebung auf 400 Euro geplant.
Zudem wird geprüft, ob die finanziellen Verluste Koblenz’ hätten vermieden werden können. Die Verantwortlichen untersuchen, ob eine Entschädigung über eine Berufshaftpflichtversicherung möglich ist. Um künftige Haushaltslücken zu vermeiden, plant die Stadt, die Kosten für Berufsschulen regelmäßig zu überprüfen und die Kreisumlagen entsprechend anzupassen.
Die neue Gebührenstruktur wird die finanzielle Belastung Koblenz’ zwar etwas verringern, doch bleibt ein beträchtliches Defizit bestehen. Mit der schrittweisen Erhöhung der Beiträge auf 400 Euro bis 2028 sollen die tatsächlichen Kosten gedeckt und weitere Verluste verhindert werden. Regelmäßige Kostenprüfungen sollen sicherstellen, dass die Finanzierung fair und nachhaltig bleibt.






