16 March 2026, 02:13

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Jugendliche entscheiden erstmals mit

Eine Deutschlandkarte mit hervorhebenden Provinzen in rot und blau, die die Ergebnisse der Wahl von 2016 zeigt, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Jugendliche entscheiden erstmals mit

Der Wahlkampf zur Landtagswahl in Baden-Württemberg hat in diesem Jahr auch die Schulen erreicht. Der Grund ist ein neues Gesetz, das 16- und 17-Jährigen erstmals das Wahlrecht einräumt. Mit rund 180.000 jungen Wählerinnen und Wählern, die nun ihre Stimme abgeben dürfen, werben die Parteien gezielt in Klassenzimmern um diese neue Wählerschaft.

Die Wahl bringt zudem ein neues Wahlsystem mit sich. Die Bürgerinnen und Bürger geben zwei Stimmen ab: eine für eine Direktkandidatin oder einen Direktkandidaten und eine zweite für die Landesliste einer Partei. Diese Änderung soll den Wählerinnen und Wählern mehr Einfluss darauf geben, wer sie im Stuttgarter Landtag vertritt.

Bei den männlichen Erstwählern liegen CDU und AfD gleichauf, jede der Parteien kommt auf 16,1 Prozent Zustimmung. Analysten führen diesen Trend darauf zurück, dass beide Parteien traditionelle Rollenbilder betonen – ein Ansatz, der bei einigen jungen Männern Anklang findet. Junge Frauen hingegen tendieren eher zur Linkspartei, die fast 24 Prozent ihrer Unterstützung erhält. Offensichtlich zieht sie vor allem die klare feministische Ausrichtung der Partei an.

Die 16-jährige Erstwählerin Vilja Wagner nutzt digitale Hilfsmittel, um sich für ihre Wahl zu entscheiden. Die App "Wahl-O-Mat" vergleicht ihre Positionen mit den Parteiprogrammen, und bisher stimmen ihre Prioritäten am stärksten mit denen der Linkspartei überein. Wie viele junge Wählerinnen und Wähler zählt sie Wirtschaft, Bildung und Sicherheit zu den wichtigsten Themen – Schwerpunkte, die auch in der breiten Öffentlichkeit eine große Rolle spielen.

Insgesamt werden bei dieser Wahl etwa 650.000 Menschen zum ersten Mal ihre Stimme abgeben, darunter 180.000 Jugendliche. Schulen sind zu einem zentralen Ort des Wahlkampfs geworden, da die Parteien versuchen, diese neue Gruppe zu erreichen. Zwar gibt es noch wenige detaillierte Vergleiche zwischen den Altersgruppen, doch die Herabsetzung des Wahlalters hat bereits verändert, wie Kandidatinnen und Kandidaten mit der Bevölkerung in Kontakt treten.

Die erweiterte Wählerschaft bedeutet, dass mehr junge Stimmen die politische Zukunft Baden-Württembergs mitgestalten werden. Mit dem Wahlrecht ab 16 Jahren und dem reformierten Wahlsystem spiegelt diese Wahl tiefgreifendere Veränderungen wider, wie Demokratie in der Region funktioniert. Die Ergebnisse werden zeigen, ob die Prioritäten der Jugend – wie Bildung und Sicherheit – künftig stärker in der Landespolitik berücksichtigt werden.

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