Lauterbachs Pflege-Pläne: Höhere Eigenbeteiligung statt Entlastung für Heimbewohner
Nina BauerLauterbachs Pflege-Pläne: Höhere Eigenbeteiligung statt Entlastung für Heimbewohner
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat vorgeschlagen, die schrittweise Erhöhung der Zuschüsse für Pflegeheimbewohner zu verlangsamen. Die geplante Änderung würde die staatliche Unterstützung verringern und die Eigenbeteiligung der Betroffenen erhöhen. Kritiker werfen dem Minister vor, damit frühere Versprechen zur finanziellen Entlastung von Pflegebedürftigen zu brechen.
Nach dem aktuellen Plan könnten die Zuzahlungen für Heimbewohner in den ersten zwei Jahren im Schnitt um bis zu 1.800 Euro steigen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (BPA) stützt diese Schätzung auf Daten, wonach die meisten Bewohner nicht länger als 24 Monate in der Pflege verbleiben.
BPA-Präsident Bernd Meurer verurteilte den Vorstoß scharf und sprach von einem "Vertrauensbruch gegenüber den Wählern". Er verwies darauf, dass die SPD – Lauterbachs Koalitionspartner – im Wahlkampf eine Obergrenze von 1.000 Euro für Pflegekosten versprochen habe. Meurer warf dem Minister vor, Milliardenkosten auf die Bewohner und ihre Angehörigen abzuwälzen.
Zudem betonte Meurer, dass viele Pflegebedürftige bereits jetzt mit hohen Eigenanteilen kämpften. Die Situation bezeichnete er als "Wählertäuschung": Statt der versprochenen Entlastung sehe sich die Zielgruppe nun einem noch größeren finanziellen Druck ausgesetzt.
Die geplanten Änderungen würden bedeuten, dass Heimbewohner kurzfristig mehr für ihre Pflege zahlen müssten. Da die meisten Aufenthalte weniger als zwei Jahre dauern, warnt der BPA, dass die finanzielle Belastung vor allem die Familien treffen werde. Die Bundesregierung hat auf die Kritik bisher nicht reagiert.






