Linke distanziert sich von Stalin-Verherrlichung und antisemitischen Äußerungen ihrer Jugend
Paul WagnerLinke distanziert sich von Stalin-Verherrlichung und antisemitischen Äußerungen ihrer Jugend
Die Führung der Linken hat sich von umstrittenen Äußerungen von Mitgliedern ihres Jugendverbandes, der Linksjugend [’solid], distanziert. Wie der Bayerische Rundfunk enthüllte, hatte die Gruppe in einer internen Diskussion Stalin, Mao Zedong und die ehemalige DDR verherrlicht. Die Kommentare enthielten zudem antisemitische Aussagen über Israel, was scharfe Kritik von Parteivertretern auslöste.
Der Bayerische Rundfunk hatte zunächst über die internen Forumsbeiträge von Linksjugend-[’solid]-Mitgliedern berichtet. Darin wurden Stalinismus und die DDR gefeiert, zudem gab es im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg Vergleiche mit „israelischen Konzentrationslagern“ und der Behauptung eines „israelischen Völkermords im Namen des Judentums“. Solche Vorfälle hatten in der Vergangenheit bereits für Kritik an Parteimitgliedern gesorgt.
Die Berliner Landesvorsitzenden der Linken, Kerstin Wolter und Maximilian Schirmer, verurteilten die Aussagen scharf und betonten, dass Antisemitismus in der Partei keinen Platz habe. Christian Schaft, Fraktionschef der Linken in Thüringen, forderte auf dem kommenden Bundesparteitag eine klare Abgrenzung von solchen Positionen. Doch die Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner lehnte diese Forderungen ab – was bei mehreren Landespolitikern Empörung auslöste.
Die Linke betont, sie habe sich endgültig vom Stalinismus losgesagt und lehne antisemitische sowie unmenschliche Haltungen entschieden ab. Die Partei prüft nun die Vorwürfe und drängt auf Konsequenzen. Unterdessen distanzierte sich auch die Linksjugend [’solid] von den umstrittenen Äußerungen.
Die Parteiführung hat mit einer klaren Verurteilung der Aussagen und der Einleitung einer Untersuchung Position bezogen. Der Jugendverband hat sich ebenfalls von den Vorfällen distanziert. Die Reaktion der Partei wird voraussichtlich ein zentrales Thema auf dem anstehenden Bundesparteitag sein.






