07 June 2026, 08:14

Lissabons CSD-Demo 2026: Tausende wehren sich gegen Rückschritte bei LGBTI+-Rechten

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte

Lissabons CSD-Demo 2026: Tausende wehren sich gegen Rückschritte bei LGBTI+-Rechten

Lissabons 27. CSD-Demo startete mit klarem Signal gegen Rückschritte

Am Samstagnachmittag um 17:00 Uhr setzte sich der 27. LGBTI+-Pride-Marsch Lissabons vom Praça Marquês de Pombal in Bewegung. Tausende versammelten sich unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“, um errungene Rechte zu feiern und gegen wachsende Bedrohungen der Gleichberechtigung zu protestieren. Die Veranstalter warnten, dass jüngste politische Verschiebungen hart erkämpfte Schutzmechanismen für die Community gefährden.

An den Märschen 2024 und 2025 nahmen jeweils rund 50.000 Menschen teil – für 2026 wird mit noch größeren Teilnehmerzahlen gerechnet. Helder Bértolo, einer der Organisatoren, führte den steigenden Zulauf auf die zunehmenden Angriffe auf LGBTI+-Rechte zurück. Er betonte, die Community werde sich angesichts von Rückschritten nicht einschüchtern lassen.

An der Demonstration beteiligten sich 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen. Der Abgeordnete Paulo Muacho von der Partei Livre rief zur Teilnahme auf und verwies auf eine radikalisierte Rechte, die gezielt LGBT-Rechte angreife. Seine Sorgen spiegelten die Warnungen des Pride-Organisationskomitees wider, das auf die Risiken für queere Menschen und Familien im aktuellen politischen Klima hinwies.

Joana Mortágua vom Bloco de Esquerda äußerte ihre Trauer darüber, in einer Zeit des Rückschritts beim Schutz von Rechten demonstrieren zu müssen. Im Mittelpunkt stand das Gesetz 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität garantiert. Aktivist:innen fürchten, seine Abschaffung könnte trans und nicht-binären Menschen essenzielle Freiheiten nehmen.

Die Veranstaltung war zugleich eine Feier der Identität und eine entschlossene Antwort auf politische Bedrohungen. Mit Vereinen, Politiker:innen und Verbündeten zeigte der Marsch Geschlossenheit gegen Diskriminierung. Die Organisatoren blicken nun auf 2026 – und erwarten eine noch stärkere Mobilisierung, sollten die Angriffe auf Rechte anhalten.

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