20 April 2026, 08:15

Merz löst mit unklarer Haltung zur Mehrwertsteuer politische Debatte aus

Liniengraph, der die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Merz löst mit unklarer Haltung zur Mehrwertsteuer politische Debatte aus

Bundeskanzler Friedrich Merz hat mit seiner Weigerung, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in der Regierungsbefragung am Mittwoch auszuschließen, eine Debatte ausgelöst. Zwar betonte er die Notwendigkeit, die finanzielle Belastung für Bürger und Unternehmen zu verringern, konkrete Zusagen in der Steuerpolitik blieb er jedoch schuldig.

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Der Vorstoß stieß bei politischen Führungskräften in ganz Deutschland auf scharfe Kritik – auch aus den Reihen der eigenen Partei. Während der Befragung räumte Merz zwar die Belastung der Haushalte ein, schloss eine Anhebung der Mehrwertsteuer aber nicht aus. Stattdessen deutete er an, dass der derzeitige ermäßigte Steuersatz sogar noch weiter gesenkt werden könnte. Seine zurückhaltende Haltung ließ Raum für Spekulationen über künftige Steueränderungen.

Die Reaktionen regionaler Spitzenpolitiker ließen nicht lange auf sich warten. Manuela Schwesig, die SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, lehnte den Vorschlag entschieden ab und erklärte, eine Mehrwertsteuererhöhung dürfe "unter keinen Umständen" erfolgen. Ihr SPD-Parteikollege Steffen Krach, Spitzenkandidat für das Amt des regierenden Bürgermeisters von Berlin, argumentierte, ein solcher Schritt würde einkommensschwache und mittlere Haushalte nicht entlasten, sondern zusätzlich belasten.

Kritik kam auch aus Merz' eigener CDU. Mario Voigt, Thüringens Ministerpräsident, warnte, eine höhere Mehrwertsteuer würde die normale Bevölkerung unzumutbar belasten. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ging noch weiter und bezeichnete den Vorstoß als "genau das Gegenteil dessen, was wir jetzt brauchen".

Die Äußerungen des Kanzlers haben tiefe Gräben in der Steuerpolitik offenbart. Da sich sowohl SPD- als auch CDU-geführte Landesregierungen gegen eine Mehrwertsteuererhöhung aussprechen, steht die Bundesregierung nun unter Druck, ihre Position klarer zu definieren. Jede Entscheidung in der Steuerfrage wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf Haushalte und Unternehmen im gesamten Land haben.

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