Mindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Kaum Wirkung gegen Armut in Deutschland
Claudia HoffmannMindestlohn-Erhöhung auf 14,60 Euro: Kaum Wirkung gegen Armut in Deutschland
Laut aktuellen Daten stieg die Armutsrisikoquote in Deutschland 2021 auf 16,3 Prozent. Als armutsgefährdet gilt ein Haushalt, dessen Einkommen unter 60 Prozent des nationalen Medianwerts liegt. Nun wird weiterhin diskutiert, ob eine Erhöhung des Mindestlohns diese Zahlen verringern könnte.
Simulationen deuten darauf hin, dass eine Anhebung des Mindestlohns auf 14,60 Euro bis 2027 nur geringe Auswirkungen auf die Armut hätte. Selbst ein Satz von 15 Euro würde die Armutsquote insgesamt lediglich um 0,2 Prozentpunkte senken, wie das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung (IW) berichtet. Die Ergebnisse werfen Zweifel an der Wirksamkeit dieser Maßnahme als Instrument für sozialen Wandel auf.
Für Geringverdiener zeigen sich jedoch einige positive Effekte. Bei Beschäftigten, die weniger als 12 Euro pro Stunde verdienen, sank das Armutsrisiko um 5,5 Prozentpunkte. Befürworter argumentieren, dass höhere Löhne die Einkommen der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer direkt steigern.
Kritiker warnen hingegen vor unbeabsichtigten Folgen. Unternehmen mit höheren Lohnkosten könnten Stellen abbauen, was die Beschäftigungsmöglichkeiten verringert. Das IW weist zudem darauf hin, dass die Auswirkungen auf die Rentenansprüche von Vollzeitbeschäftigten begrenzt bleiben könnten – ein weiterer Grund, die langfristigen Vorteile zu hinterfragen.
Die geplante Erhöhung des Mindestlohns bringt zwar für einige Niedriglohnempfänger eine gewisse Entlastung. Angesichts der nur geringfügigen Senkung der Gesamtarmutsquote bleibt ihre breitere Wirksamkeit jedoch ungewiss. Die Debatte darüber, ob höhere Löhne oder alternative Maßnahmen finanziellen Notlagen in Deutschland besser begegnen könnten, dauert an.






