Netanyahu lebendig – doch warum halten sich die Todesgerüchte so hartnäckig?
Claudia HoffmannNetanyahu lebendig – doch warum halten sich die Todesgerüchte so hartnäckig?
In den letzten Tagen haben sich im Internet Gerüchte über den Gesundheitszustand des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu – oder gar über seinen Tod – rasant verbreitet. Nutzer in sozialen Medien teilten unbelegte Behauptungen, von angeblichen Raketenangriffen bis hin zu Verschwörungstheorien über Doubles und künstlich generierte Auftritte.
Die Spekulationen nahmen Fahrt auf, nachdem ein Video eines finnischen Wissenschaftlers die Debatte über Netanyahus Verbleib neu entfacht hatte. Als Reaktion veröffentlichte die israelische Regierung Aufnahmen des Regierungschefs, um die Gerüchte als falsch zurückzuweisen.
Den jüngsten Anstoß gab Tuomas Malinen, Professor an der Universität Helsinki, der eine Umfrage veröffentlichte, in der er Netanyahus Aufenthaltsort infrage stellte. In Online-Diskussionen verbreiteten sich daraufhin schnell Mutmaßungen über ein angebliches Todesdatum und sogar Spekulationen, wo seine Leiche sein könnte. Einige behaupteten, er sei bei einem Raketenangriff am 8. März ums Leben gekommen, andere deuteten die Zwangslandung seines Privatjets in Berlin als verdächtig.
Beobachter wiesen zudem auf Veränderungen in Netanyahus Sprechweise und Formulierungen in jüngsten Videos hin, was Theorien über eine Vertretungsperson oder den Einsatz künstlicher Intelligenz befeuerte. Um den Gerüchten entgegenzutreten, veröffentlichte die israelische Regierung zwei Videos auf Netanyahus X-Account. Am Sonntag war er in einem Café zu sehen, hob zehn Finger und nippte an seinem Kaffee, während er scherzte: "Im Internet heißt es, der Ministerpräsident sei tot? Ich sterbe eher vor Kaffeelust." Zwei Tage später lächelte er neben dem US-Botschafter Mike Huckabee in die Kamera und antwortete auf eine Frage: "Ja, Mike, ja, ich lebe."
Die aktuelle Kontroverse knüpft an frühere Berichte an, wonach Netanyahu den damaligen US-Präsidenten Donald Trump einst davon überzeugt haben soll, dass ein militärischer Schlag das iranische Regime stürzen könnte. Doch im Mittelpunkt steht derzeit sein körperlicher Zustand und die Echtheit seiner öffentlichen Auftritte.
Die israelische Regierung setzt auf direkte Videostellungnahmen, um die Behauptungen über Netanyahus Gesundheit oder Tod zu widerlegen. Seine jüngsten Auftritte, darunter Treffen mit ausländischen Würdenträgern, sollen seine Unversehrtheit belegen. Dennoch halten sich die Spekulationen im Netz – ohne dass es bisher bestätigte Beweise für die Gerüchte gäbe.






