21 March 2026, 16:22

Nitrendipin-Knappheit: Warum Patienten monatelang auf ihr Blutdruckmedikament warten müssen

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Arzneimittel berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze darunter.

Nitrendipin-Knappheit: Warum Patienten monatelang auf ihr Blutdruckmedikament warten müssen

Lieferengpässe bei Nitrendipin: Patienten ohne lebenswichtige Medikamente

Patienten, die auf Nitrendipin – einen gängigen Kalziumkanalblocker – angewiesen sind, kämpfen weiterhin mit anhaltenden Lieferproblemen. Seit dem vergangenen Sommer sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen betroffen, sodass viele Betroffene ihr verordnetes Arzneimittel nicht mehr erhalten. Mittlerweile hat die deutsche Arzneimittelbehörde das Präparat offiziell auf die Liste der Medikamentenknappheiten gesetzt.

Die Engpässe begannen bereits Mitte 2023, als Nitrendipin erstmals knapp wurde. Inzwischen bestätigen alle Hersteller, dass beide Stärken weiterhin nicht verfügbar sind. Der Pharmahersteller Aristo warnt, dass die Lieferschwierigkeiten bei der 20-Milligramm-Variante mindestens bis Ende 2023 andauern werden – bedingt durch Produktionsprobleme.

Andere Unternehmen arbeiten unterdessen daran, die Versorgung wiederherzustellen. Ratiopharm und Aliud Pharma erwarten, die Lieferungen der 20-Milligramm-Tabletten bis Ende März wieder aufnehmen zu können. Der Hersteller AbZ plant, die Auslieferungen voraussichtlich Ende Mai zu starten.

Kalziumkanalblocker wie Nitrendipin wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen hemmen und so die Arterien entspannen. Diese Medikamentengruppe lässt sich in drei Hauptkategorien einteilen: Nifedipin-Typ, Verapamil-Typ und Diltiazem-Typ. Allerdings sind sie für Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt nicht geeignet.

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Ärzte raten dazu, diese Arzneimittel regelmäßig einzunehmen – wobei der Zeitpunkt je nach Präparat variiert: Manche sollten zu den Mahlzeiten, andere danach eingenommen werden. Die aktuellen Lieferengpässe erschweren es den Patienten zusätzlich, ihre verordneten Einnahmepläne einzuhalten.

Die anhaltende Knappheit bei Nitrendipin zwingt Betroffene, nach Alternativen zu suchen oder auf die Rückkehr der Lieferungen zu warten. Zwar planen einige Hersteller, die Produktion in den kommenden Monaten wieder aufzunehmen, doch bei Aristo verzögert sich die Lösung bis zum Jahresende. Der Fall unterstreicht die strukturellen Versorgungsprobleme, von denen vor allem ältere, weitverbreitete Medikamente in Deutschland betroffen sind.

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