Oldenburgs neue Museumsinsel wird zum lebendigen Kulturzentrum am Stadtrand
Lea HerrmannOldenburgs neue Museumsinsel wird zum lebendigen Kulturzentrum am Stadtrand
Oldenburg eröffnet „Museumsinsel“ als neues kulturelles Zentrum am Stadtrand
Am nördlichen Rand der Oldenburger Innenstadt ist mit der Museumsinsel ein neues kulturelles Zentrum entstanden. Das Ensemble vereint historische Villen, eine moderne Galerie und Räume, die zum Dialog über das städtische Leben anregen sollen. Bürgermeister Jürgen Krogmann begrüßt das Projekt als Schritt hin zu einer autogerechteren Stadt – auch wenn die großen Verkehrsadern vorerst unverändert bleiben.
Zur Museumsinsel gehören das Horst-Janssen-Museum, zwei Villen aus dem 19. Jahrhundert, die einst dem Mäzen Theodor Francksen gehörten, sowie ein neu errichteter vierstöckiger Neubau. Seine hellgraue Klinkerfassade entwarfen die Architekturbüros GME und JES. Besucher können sich frei zwischen den Ebenen bewegen und Ausstellungen erkunden, die zwei zentrale Fragen stellen: „Was ist eine Stadt?“ und „Wer gestaltet eine Stadt?“
Im Inneren erzählen vertraute Alltagsgegenstände – etwa ein Konzertticket von Nirvana aus dem Jahr 1989 oder ein Schlüssel eines syrischen Geflüchteten – Geschichten von Oldenburgs Vergangenheit und Gegenwart. Die Schau spannt den Bogen von der urgeschichtlichen Ringwallanlage Heidenwall bis hin zur düsteren Phase als NS-Gauhauptstadt.
Doch die Museumsinsel versteht sich als mehr als nur ein Ausstellungsort. Der Eintritt ist frei, und die Besucher sind eingeladen, zu verweilen, sich auszutauschen oder einfach nur auszuruhen – ganz ohne Eintrittsgeld für die Ausstellungen. Vor dem Neubau entsteht zudem bald ein Platz, der das Gelände erweitert, sobald der Bau eines benachbarten Versicherungsbüros abgeschlossen ist.
Für Bürgermeister Krogmann ist das Projekt Teil einer größeren Strategie, städtische Räume vom Verkehr zurückzuerobern. Zwar räumt er ein, dass die meistbefahrenen Straßen nicht von heute auf morgen verschwinden werden, doch Initiativen wie diese sollen langfristig das Nutzungsverhalten der Bürger verändern.
Die Museumsinsel bietet Oldenburg einen neuen Ort des Zusammenkommens, der Reflexion und der Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte. Mit ihrer Mischung aus altem und neuem Baustil, frei zugänglichen Bereichen und anregenden Ausstellungen soll sie zu einem täglichen Anlaufpunkt werden. Die Fertigstellung des Platzes wird die Anlage noch stärker in das pulsierende Stadtleben einbinden.






