Polizei Reutlingen und Grabungsfeld X stärken Aufklärung über NS-Vergangenheit
Claudia HoffmannPolizei Reutlingen und Grabungsfeld X stärken Aufklärung über NS-Vergangenheit
Neue Partnerschaft zwischen dem Polizeipäsidium Reutlingen und der Initiative Grabungsfeld X vertieft Aufklärung über NS-Geschichte
Am 18. März 2026 unterzeichneten Polizeipäsident Udo Vogel und Professorin Dr. Benigna Schön Hagen eine Kooperationsvereinbarung zur Unterstützung der Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und der Nationalsozialismus". Die Zusammenarbeit soll durch Führungen und historische Bildungsangebote Demokratieverständnis und Toleranz unter den Beamtinnen und Beamten stärken.
Die Ausstellung thematisiert, wie Tübinger Anatom:innen mit dem NS-Regime kollaborierten. Als zentraler Erinnerungsort der Stadt macht sie die Gefahren einer Aufhebung des Rechtsstaats deutlich. Künftig nehmen Polizeimitarbeitende regelmäßig an geführten Besuchen teil, die von der Initiative Grabungsfeld X organisiert werden.
Im Rahmen des landesweit 2024 gestarteten Polizeiprojekts "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" wurden fünf "strategische Pat:innen" ausgebildet, die die Initiative leiten. Zu ihren Aufgaben gehören die Organisation von Ausstellungsführungen, Gastvorträgen und Exkursionen zu NS-Gedenkstätten. Allen Beschäftigten stehen diese Fortbildungsangebote offen.
Polizeipäsident Udo Vogel betonte die Bedeutung solcher Gedenkstättenbesuche für die politische Bildung. Das Verständnis von Geschichte helfe Beamten, die Folgen einer Aushöhlung demokratischer Prinzipien zu erkennen, so Vogel. Professorin Schön Hagen begrüßte die Zusammenarbeit und dankte der Polizei für ihr Engagement, die Ausstellung über das Jahr 2027 hinaus zu erhalten.
Die Vereinbarung formalisiert die bestehende Kooperation zwischen Polizei und Gedenkinitiative. Durch strukturierte Programme setzen sich die Beamt:innen mit den Ausstellungsthemen auseinander. Seit der Einführung des Projekts 2024 wurden in Baden-Württemberg keine vergleichbaren Partnerschaften zwischen Polizeibehörden und Gedenkstätten gemeldet.






