15 April 2026, 08:15

RAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Clubs wie Crack Bellmer und Cassiopeia?

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude auf dem Boden während einer Demonstration in Berlin, umgeben von Bäumen und einem klaren blauen Himmel, wobei einige Masken und Taschen herumliegen.

RAW-Gelände in Berlin: Droht das Aus für Clubs wie Crack Bellmer und Cassiopeia?

Berlins kultige RAW-Fläche in Gefahr: Eigentümer drängt auf Neubebauung

Die von der familiengeführten Kurth-Gruppe seit 2015 kontrollierte RAW-Fläche in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft. Trotz eines lokalen Bauverbots für Wohnraum will das Unternehmen dort nun Wohnungen errichten – mit gravierenden Folgen für die ansässige Clubszene. Betroffen sind unter anderem der Crack Bellmer und die Cassiopeia, deren Pachtverträge gekündigt oder nicht verlängert wurden.

Schon länger strebt Kurth eine Umnutzung des Geländes an, das einst als Industriebrache bekannt war. Ursprünglich waren Bürogebäude und ein Hochhaus geplant, doch inzwischen setzt das Unternehmen auf Wohnungsbau – obwohl die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg solche Vorhaben blockiert. Durch die Rücknahme von Betriebserlaubnissen und die Verweigerung von Kurzzeitverlängerungen für Mietverträge hat Kurth Clubs wie das Bar zum Schmutzigen Hobby oder den Lokschuppen in eine rechtliche Grauzone gedrängt.

Ein aktueller Entwurf für eine Resolution könnte nun einen Kompromiss bieten: Soziokulturelle Einrichtungen sollen demnach für mindestens 30 Jahre stark subventioniert und priorisiert werden. Doch Streit gibt es darüber, wie schnell dieser Entwurf in einen verbindlichen Bebauungsplan überführt werden soll. Kurth hat inoffiziell ein Ultimatum bis Monatsende gesetzt, um über das Wohnprojekt zu entscheiden – und setzt die lokalen Verantwortlichen damit unter Druck.

Als Reaktion haben Aktivist:innen für Samstag eine Demonstrations-Rave organisiert, um gegen die Schließungen zu protestieren. Unterstützung erhalten sie von SPD, Grünen und der Linken, die sich gegen Kurths Neubaupläne stellen.

Die Zukunft der RAW-Fläche hängt nun von den Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und dem Bezirk ab. Ohne verlängerte Mietverträge oder eine verbindliche Einigung droht den Clubs die endgültige Schließung. Die Entscheidung wird zeigen, ob das Gelände als kulturelles Zentrum erhalten bleibt – oder einer umfassenden Neubebauung weichen muss.

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