"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Belästigung und Patriarchat
Paul Wagner"Reclaim the Night" in Berlin: Tausende protestieren gegen Belästigung und Patriarchat
Über 2.000 Menschen gingen am Donnerstag in Berlin-Kreuzberg bei der jährlichen "Reclaim the Night"-Demonstration auf die Straße. Die Kundgebung, die am Vorabend des 1. Mai stattfand, wurde von einem starken Polizeiaufgebot begleitet, nachdem es in vereinzelten Vorfällen zu Spannungen gekommen war. Veranstalter:innen und Teilnehmende forderten Maßnahmen gegen Belästigung und strukturelle Ungleichheit.
Der Marsch startete am Kottbusser Damm und zog in Richtung Köpenicker Straße. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstrierenden später auf etwa 2.600, wobei die Stimmung sichtbar angespannt blieb. Die Teilnehmenden trugen Transparente und skandierten Parolen wie: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu kanalisieren und uns gegen rassistische, queerenfeindliche und frauenverachtende Belästigung auf unseren Straßen zu wehren – und gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie fördert. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig gehört."
Rund 1.800 Beamte waren im gesamten Stadtgebiet im Einsatz – sowohl für die Demonstration als auch für die Feierlichkeiten zum Walpurgisabend. Während die Veranstaltung größtenteils ohne größere Zwischenfälle verlief, wurden in einigen Fällen Feuerwerkskörper gezündet und Gegenstände auf die Polizei geworfen. Vier Fälle von Sachbeschädigung wurden gemeldet, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Zudem wurde eine Person wegen Beleidigung eines Beamten festgenommen.
Die Kundgebung endete etwa zehn Minuten früher als geplant. Die Behörden bereiten sich nun auf weitere Demonstrationen am Freitag vor, bei denen 5.300 Einsatzkräfte mehrere Großveranstaltungen überwachen sollen.
Die "Reclaim the Night"-Veranstaltung zog Tausende an und lenkte die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Probleme von Straßenbelästigung und sozialer Ungleichheit. Angesichts weiterer geplanter Proteste am 1. Mai bleibt die Berliner Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.






