Stegemann fordert höhere Pflegekosten-Beteiligung von erwachsenen Kindern
Claudia HoffmannStegemann fordert höhere Pflegekosten-Beteiligung von erwachsenen Kindern
Albert Stegemann, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat vorgeschlagen, dass erwachsene Kinder künftig stärker an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligt werden sollen. Ohne Reformen drohten die Beitragssätze bis 2030 deutlich zu steigen, warnte er – was vor allem Steuerzahler und kinderlose Menschen stärker belasten würde.
Stegemann kritisierte das aktuelle System, bei dem viele Familien Jahre im Voraus Vermögen auf ihre Kinder übertragen, um spätere Pflegekosten zu umgehen. Dies bezeichnete er als ein „Erbschutzmodell auf Kosten der Steuerzahler“ und argumentierte, dass solche Vorgehensweisen die Zehn-Jahres-Frist für Schenkungen ausnutzten.
Als Lösung schlug er vor, die Einkommensgrenze, ab der Kinder für die Pflege ihrer Eltern aufkommen müssen, zu senken. Derzeit sind nur Personen mit einem Jahreseinkommen von über 100.000 Euro dazu verpflichtet. Ohne Änderungen rechnet Stegemann damit, dass die Pflegeversicherungsbeiträge von derzeit 3,6 Prozent bis 2030 auf 4,6 Prozent steigen könnten. Für Kinderlose könnte der Satz sogar auf 5,5 Prozent klettern.
Ziel der Vorschläge ist es, die Belastung des Pflegesystems zu verringern, indem erwachsene Kinder stärker in die Finanzierung einbezogen werden. Falls umgesetzt, würden die Änderungen die finanzielle Last für die Steuerzahler mindern und die Planung von Erbschaften sowie Pflegekosten in Familien neu ausrichten.






